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24. Juni 2013 // (06/13)

Erste Einstein-Zirkel bewilligt

Der Vorstand der Einstein Stiftung hat in seiner Juni-Sitzung die Förderung der ersten zwei Einstein-Zirkel beschlossen. Die beiden Zirkel widmen sich der Erforschung von Hirntumoren und der digitalen Wende in den Geisteswissenschaften. In Einstein-Zirkeln tauschen sich Berliner Nachwuchswissenschaftler über mehrere Jahre zu einem bestimmten Thema aus.

Der Einstein-Zirkel „Glioblastoma Biology“ beschäftigt sich mit dem bösartigsten und zugleich häufigsten Hirntumor bei Erwachsenen: dem Glioblastom. Unter der Federführung der Charité-Universitätsmedizin versuchen Neurologen, Molekularbiologen und Bioinformatiker die komplexe Biologie des Glioblastoms besser zu verstehen. „Wir möchten neue, interdisziplinäre Ansätze entwickeln und unsere ganz unterschiedlichen Kompetenzen aus Klinik und Grundlagenwissenschaft besser vernetzen“, sagt Philipp Euskirchen, Leiter des Einstein-Zirkels und Postdoktorand an der Charité. „Damit wollen wir Berlin als exzellenten Standort der Forschung am Glioblastom stärken.“ Die Zirkel-Mitglieder – unter ihnen sind auch Wissenschaftler aus Heidelberg, Zürich und Bergen – wollen gemeinsam Forschungsanträge stellen, publizieren und auswärtige Kollegen anwerben. In ihre halbjährlichen Treffen soll auch die Öffentlichkeit durch Vorträge und Vorlesungen eingebunden werden.

Der zweite Einstein-Zirkel beschäftigt sich mit  der Stärkung, Strukturierung und Weiterentwicklung des Berliner Standorts im Bereich „Digital Humanities“. Als „Digital Humanities“ werden alle Methoden zur computergestützten Erfassung, Auswertung und Vermittlung von Quellen in den Geisteswissenschaften bezeichnet. „Unser Ziel ist es, in Berlin die Bedingungen für eine koordinierte Arbeit im Bereich der Digital Humanities zu schaffen“, so Anne Baillot, Leiterin des Einstein-Zirkels und Literaturwissenschaftlerin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Einstein Zirkel bringt erstmalig Berliner Institutionen zusammen, die in diesem Zukunftsfeld bereits aktiv sind: unter anderem das Deutsche Archäologische Institut und das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Mit Wissenschaftlern von der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin sowie externen Experten wollen sie gemeinsame digitale Projekte in Angriff nehmen, eine umfassende Datenbank, die erstmals alle in Berlin angesiedelten digitalen Projekte systematisch erfasst, erstellen und sich mit den gesellschaftlichen, wissenschafts-theoretischen und rechtlichen Fragen auseinandersetzen.

Das Programm „Einstein Zirkel“ ermöglicht es Berliner Wissenschaftlern in der Postdoc-Phase Institutionen übergreifend und themenbezogen zu kooperieren. Ein Einstein-Zirkel setzt sich aus zehn bis zwanzig Nachwuchswissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen zusammen, die aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort Berlin stammen. Ausgewählte Mitglieder von anderen Standorten können den Zirkel ergänzen und so seinen überregionalen Einfluss stärken.

Die Mitglieder des Zirkels bearbeiten bis zu drei Jahre lang ein bestimmtes Thema. Aus der Kooperation soll ein gemeinsames Projekt, beispielsweise eine Konferenz oder eine Publikation, hervorgehen.

Die Einstein Stiftung Berlin wurde 2009 vom Land Berlin gegründet. Zweck der Stiftung ist es, Wissenschaft und Forschung in Berlin auf internationalem Spitzenniveau zu fördern und das Land dauerhaft als attraktiven Wissenschaftsstandort zu etablieren.

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