Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Interview mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller

Michael Müller im Interview

Was zeichnet Berlin als Standort für exzellente Wissenschaft und Forschung aus?

Berlin ist hervorragend aufgestellt: Mit den vier Universitäten, mehr als 30 privaten Hochschulen und über 60 außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie einem breiten Spektrum unternehmensnaher Forschung und Entwicklung nimmt die Hauptstadt einen Spitzenplatz in Deutschland und Europa ein. Nach dem DFG-Forschungsranking die Nummer 1 in Deutschland, sind die Hochschulen auch im Exzellenzwettbewerb sehr erfolgreich gewesen: Zwei Zukunftskonzepte der „Spitzenunis“ FU und HU, fünf Exzellenzcluster, zehn Graduiertenschulen für die Nachwuchsförderung. Diese Bilanz kann sich mehr als sehen lassen. Weitere Highlights: rund 350 Millionen Euro eingeworbene Drittmittel, eine Wertschöpfung von mehr als 1,7 Milliarden Euro pro Jahr – all das macht die deutsche Hauptstadt zu einem Showroom für Wissenschaft und Forschung.

Was wünschen Sie sich in diesem Bereich für die Zukunft der Stadt?

Wissen ist der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Wir wollen, dass Berlin beim Wettlauf um die besten Talente und Spitzenkräfte auf der ersten Position bleibt. Wir kürzen im Gegensatz zu anderen nicht bei den Hochschulen und Studienplätzen, sondern wir bauen aus. Berlins Hochschulverträge bringen den Unis bis 2017 Zuwächse um 300 Millionen Euro. Das ist die Basis für künftiges Wachstum und Beschäftigung. Wir erleben es bereits an vielen Stellen der Stadt. Startups und Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsinstituten tragen mit innovativen Produkten mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen zum Wirtschaftswachstum bei. Berlin ist Gründerhauptstadt und liegt vor allem in der Digitalen Wirtschaft weit vorn. Wir wollen diesen Vorsprung halten und weiter ausbauen.

Welchen Beitrag kann die Einstein Stiftung hierzu leisten?

Die Einstein-Stiftung besitzt inzwischen für ihre wissenschaftsgeleitete Qualität großes Renommee, auch im Ausland. Sie ist ein bedeutsames, zusätzliches Förderinstrument für die Hochschulen. So hilft die Stiftung, internationale Top-Leute nach Berlin zu holen oder hier zu halten. Damit ist die Einstein-Stiftung ein wichtiger Pfeiler für die Zukunft der Berliner Spitzenforschung. Das muss deutlicher herausgestellt und in der Öffentlichkeit sichtbarer gemacht werden – auch und gerade durch die Hochschulen selbst.

Was können wir noch heute Positives aus der langjährigen Beziehung Einsteins zur Stadt Berlin lernen?

Albert Einstein bleibt in vielem Vorbild für Berlin, in seiner wissenschaftlichen Exzellenz ebenso wie in seiner Toleranz. Wir sind froh, dass wir an sein Werk anknüpfen können und dass Berlins Rolle und Ruf als Wissenschaftsmetropole ebenso weltweit Achtung erfahren wie zu seiner Zeit.


Foto: Landesarchiv / Thomas Platow