Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Stefan Keppler-Tasaki

Als Literatur- und Medienwissenschaftler hat der deutsch-japanische Forscher Keppler-Tasaki für Innovationen gesorgt, die internationale Beachtung gefunden haben. Er lehrt an der besten asiatischen Universität, der University of Tokyo. Nun kommt er als Einstein Visiting Fellow an die Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien an der Freien Universität Berlin zurück, die er selbst mit aufgebaut hat. Dort wird Keppler-Tasaki Grundlagenforschung zur mitteleuropäischen Beobachtung der Großmachtbeziehungen am Pazifik leisten. Dabei nimmt er besonders die Zeit von 1900 bis 1945 in den Blick.

Mein Projekt

“Transpacifica“ hat inzwischen mit der Einstellung von zwei Postdocs Fahrt aufgenommen: mit dem Reiseliteraturforscher Johannes Görbert, der aus Bangkok nach Berlin wechselt, sowie mit Tomas Sommadossi, der film- und medienwissenschaftliche Kompetenzen aus Trento mitbringt. Ebenso haben sich die ersten “Transpacifica“-Stipendiatinnen eingefunden: Die Doktorandin Moe Goto, die einen innovativen Ansatz zu den fernöstlichen Motiven bei Fontane erschlossen hat, ist von der University of Tokyo an die Freie Universität gekommen, Gigi Adair, Absolventin der Friedrich Schlegel Graduiertenschule (Freie Universität), arbeitet parallel an der University of Tokyo und bringt dort ihre Studien zum chinesisch-japanischen Komplex beim englischen Erfolgsschriftsteller William Somerset Maugham voran. 

Nachgeforscht


Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?

Wenn ich die Augen zumache und an die Arbeit an meinem Forschungsprojekt denke, sehe ich zuerst die japanischen Kamikaze-Flieger, die der deutsche Exilschriftsteller Alfred Döblin in seinem Weltkriegsroman “Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende“ (1956) beschreibt.

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Mit Albert Einstein verbinde ich: Dahlem, alte Filmaufnahmen und Thomas Mann.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Wenn ich morgens an meinen Arbeitsplatz komme, blicke ich zuerst aus dem Fenster über den Westen von Tokyo und höre dem Booten des Computers zu. Dabei bekomme ich einen klaren Kopf.

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre?
Wenn mein Forschungsprojekt ein Kunstobjekt wäre, sähe es aus wie ein dreieckiges Pendel an einem langen Faden.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Bei meiner Arbeit inspiriert mich die konzeptionelle Perfektion der Katze, die unter meinem Schreibtisch liegt.

(März 2015)

 

Fotos: Kenichi Seki, Seiko Tasaki

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