Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Meeting Einstein

14. Mai 2013, 19 Uhr

Die Bibel in den Augen muslimischer Gelehrter

 

Vortrag und Diskussion mit Sabine Schmidtke, Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin

Der Koran versteht sich nicht nur als letztes, sondern auch als vollkommenes Glied in einer Kette göttlicher Offenbarungen. Für die Sicht muslimischer Gelehrter auf Judentum und Christentum hat das schwerwiegende Folgen: Laut den muslimischen Theologen hat der Koran die Bibel und die Tora aufgehoben. Manche glauben sogar, dass die Anhänger der beiden früher offenbarten Religionen ihre eigenen Heiligen Schriften verfälscht wiedergeben. Zugleich steht im Koran aber auch, dass der Prophet Muḥammad bereits in der Bibel angekündigt worden sei. Wie hat dieser Zwiespalt über die Jahrhunderte hinweg den Blick des Islams auf die Bibel beeinflusst? Und: In welcher Form hatten gerade die muslimischen Gelehrten des Mittelalters überhaupt Zugang zur Bibel? Folgen Sie der vielfach preisgekrönten Islamwissenschaftlerin Sabine Schmidtke auf eine religionsgeschichtliche Zeitreise.

 

Sabine Schmidtke ist Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Gründungsdirektorin der Research Unit Intellectual History of the Islamicate World, wo sie zu muslimischer, jüdischer und christlicher Ideengeschichte im islamischen Raum forscht. Die Einstein Stiftung fördert die von ihr organisierte Reihe deutsch-israelischer Sommerschulen unter dem Titel „Neue Perspektiven der Islamwissenschaft“. Sabine Schmidtke hat in Jerusalem und London studiert. Nach ihrer Promotion in Oxford arbeitete sie acht Jahre lang als Diplomatin für das Auswärtige Amt.


Bild der arabischen Handschrift: Süleymaniye Bibliothek, Istanbul, mit freundlicher Genehmigung