Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Parlamentarischer Abend

Veranstaltungsort

Festsaal des Abgeordnetenhauses
Niederkirchnerstraße 5
10117 Berlin

Nachhaltige Exzellenzförderung

Berlin ist die Stadt mit den größten Erfolgen in der bundesweiten Exzellenzinitiative – doch 2017 laufen die Gelder aus. Grund genug für die Einstein Stiftung am 19. März zu einem Parlamentarischen Abend einzuladen, um über ihre künftige Rolle in der Exzellenzförderung zu diskutieren. Die Veranstaltung im Abgeordnetenhaus von Berlin richtete die Einstein Stiftung gemeinsam mit der Berlin Partner GmbH aus. Eine naheliegende Kooperation: Beide Institutionen haben sich der Standortförderung für die Hauptstadt verschrieben.

Mit rund 150 Gästen fand der Parlamentarische Abend großen Anklang bei den Berliner Abgeordneten und den weiteren geladenen Gästen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Die Einstein Stiftung Berlin – Modell für eine nachhaltige Exzellenzförderung“ kamen Politiker und Wissenschaftsmanager ins Gespräch über die Potenziale der Stiftung.

Anja Schillhaneck, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus, steht der Exzellenzförderung durch die Einstein Stiftung noch kritisch gegenüber. „Brauchen wir zusätzlich zu den Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen noch eine Institution in Berlin, die Exzellenzförderung betreibt?“, fragte die Politikerin. Im Bereich der personenbezogenen Förderung, in dem die Stiftung vor allem mit Programmen zur Nachwuchsförderung und zur internationalen Sichtbarkeit Berlins große Erfolge erzielt hat, beantwortet Anja Schillhaneck diese Frage jedoch mit einem klaren „Ja“.  

„Die Einstein Stiftung bringt die Universitäten dazu, institutionenübergreifend zu denken – das ist keine Selbstverständlichkeit“, antwortet Ludwig Kronthaler, Generalsekretär der Max-Planck-Gesellschaft, auf die Frage nach den Potenzialen der Stiftung. Seine Meinung teilen auch die frühere Hamburger Finanzsenatorin Ingrid Nümann-Seidewinkel und Mathematikprofessor Günter M. Ziegler von der Freien Universität, beide Gremienmitglieder der Einstein Stiftung. Ziegler sieht im Konzept der Stiftung auch einen Standortvorteil für Berlin: „Die Einstein Stiftung macht die Berufungen der Hochschulen zu Berliner Berufungen.“ Damit die Stiftung ihren Aufgaben nachkommen könne, forderte Nümann-Seidewinkel mit Nachdruck adäquate Rahmenbedingungen und eine verlässliche langfristige Finanzierung.

Der ehemalige Staatssekretär Nicolas Zimmer hat seine früheren Vorbehalte gegenüber der Stiftung ganz abgelegt. „Ich habe vor der Gründung große Bedenken gehabt, nicht wegen der Ziele der Stiftung, sondern hinsichtlich der juristischen Konstruktion und der parlamentarischen Kontrolle.  Ich glaube aber, dass die Einstein Stiftung durch ihre Arbeit in den letzten Jahren überzeugen konnte“, so der heutige Vorstandsvorsitzende der Technologiestiftung Berlin. Diese Auffassung teilt auch Karlheinz Nolte von der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus: „Für die kurze Zeit ihres Bestehens – die Stiftung befindet sich quasi noch im Kindergartenalter – hat sie gute Arbeit geleistet.“

Text: Julia Walter // Foto: Christof Rieken