Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Szenische Lesung "Killerblumen"

Ein Theaterstück von Carl Djerassi

5. Dezember 2012, 18 Uhr

Das Stück

Der polnische Chemiker Jerzy Krzyz wird verdächtigt, zwei Kollegen durch eine „undurchsichtige“ chemische Erfindung getötet zu haben. In einem Gerichtsverfahren wird durch Rückblenden der Kampf des originellen Querkopfs um Anerkennung rekonstruiert, dessen Forschungen zur Blasenbildung durch die Champagner- industrie gesponsert wird und dessen Erfolge und Umgangsformen Kollegen und Konkurrenten ein Dorn im Auge sind.

Der Autor Djerassi wie sein Protagonist stehen dabei für den Versuch, eingefahrene Normen und Muster sowie die Grenzen des Fachs und die Trennung von den Natur- und Geisteswissenschaften bis hin zur Kunst zu überschreiten. Welche Auswirkungen das Streben nach Anerkennung und die Suche nach neuen Entdeckungen haben können, offenbart sich oft tragisch und hinter- lässt Fragen nach ethischen Grundsätzen.

Das Stück und sein Autor thematisieren die Gefahr in den Wissenschaften ethische Fragestellungen zu ver- nachlässigen und die Notwendigkeit, den Blick über die Fachgrenze hinaus zu weiten, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse in einem größeren Zusammenhang zu betrachten.

Staatsanwältin:
 Iris Böhm
Jerzy Kryz: Fabian Gerhardt
Leo Bramble: Gerd Wameling
Stefania Nowak: Janna Horstmann

Das Servicepersonal spielt der 1. Jahrgang des Studiengangs Schauspiel der UdK Berlin: Robin Dörnemann, Johanna Giesecke, Jaime Krsto Ferkic, Josefine Israel, Josephine Lange, Vanessa Loibl, Thea Rasche, Sven Scheele, Lena Schmidtke, Raphael Schmischke, Meik van Severen.

Szenische Einrichtung: 
Jessica Steinke
Dramaturgie: Marion Hirte
Technik: Torsten Schwarzbach

Der Autor

Der 1923 in Wien geborene Sohn eines jüdischen Arzt-Ehepaares entwickelte erstmals ein künstliches Gestagen-Hormon und legte damit den Grundstein für die Erfindung der Pille, seit 1959 lehrt er an der Stanford University und veröffentlichte neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen auch einige Romane und Theaterstücke, für die er den Gattungsbegriff „Science-in-Fiction“ prägte.

Wissenschaft auf der Bühne

Durch Förderung der Einstein Stiftung Berlin haben die Technische Universität Berlin, der Exzellenzcluster “Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat) und die Universität der Künste Berlin eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen den Naturwissenschaften und der Darstellenden Kunst vereinbart. Das Konzept “Wissenschaft auf der Bühne“ will wissenschaftlichen Fragestellungen mit künstlerischen Ausdrucksmitteln nachspüren, um das Verständnis der Fächer und Disziplinen füreinander zu fördern und auszubilden sowie die verschiedenen Wissenspraktiken und Denkweisen füreinander nutzbar zu machen. Die zunehmende Komplexität von wissenschaftlichen Erkenntnissen erfordert auch im Hinblick auf ihre Akzeptanz in der Gesellschaft neue Denkanstöße und Wege zur Kommunikation. Dabei kann die Kunst besonders hilfreich sein, ist sie doch ihrem Wesen nach ein ergebnisoffenes Experiment. Daher bedarf es der gegenseitigen Wahrnehmung und Zusammenarbeit der künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen, da die künstlerische Forschung einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Arbeit im Allgemeinen darstellt.

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