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29. Juni 2011 // (07/11)

Einstein Stiftung unterstützt neue Forschungsprojekte der Berliner Universitäten mit rund zwei Mio €

Themen reichen von der Erforschung der Entrechtung von Juden, über Gendefekte bei Kindern, Lehrerbildung in der Mathematik und Kurzzeit-Elektronendynamik bis hin zu Hybridnanostrukturen.

Der Vorstand der Einstein Stiftung hat in seiner Sitzung am 22. Juni auf der Basis der von der wissenschaftlichen Kommission erarbeiteten Förderempfehlungen zwei Millionen Euro für exzellente Forschungsprojekte der Berliner Hochschulen und ihrer Kooperationspartner bewilligt.

Allen Projekten ist gemeinsam, dass sie Institutionen übergreifend angelegt sind und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Berliner Forschungseinrichtungen bzw. der Hebrew University beteiligen. Das Spektrum der geförderten Projekte umfasst Natur-, Lebens- und Geisteswissenschaften.

Im Mittelpunkt des Kooperationsvorhaben “Attosecond Electron Dynamics“, an dem die Freie Universität, das Max Born Institut und die Hebrew University in Jerusalem arbeiten, stehen kombiniert theoretische und experimentelle Studien zum Verständnis und der Kontrolle chemischer Reaktivität basierend auf der Anregung von Nicht-Gleichgewicht-Elektronendynamik. Simulationen und Experimente mit kleinen bis mittelgroßen Molekülen dienen dazu, die theoretische Methodik zu bestätigen und neue Arten der Materialreaktion zu untersuchen, zu modellieren, zu verstehen und zu kontrollieren.

Im Projekt “Mikroskopische Untersuchung von Kohlenstoff-basierten Hybridnano- strukturen“ kooperieren die Technische Universität, die Humboldt-Universität, die Freie Universität, das Max-Born-Institut sowie das Fritz-Haber-Institut, um optische und elektronische Eigenschaften von bislang größtenteils unverstandenen Kohlen- stoff-basierten Hybridnanostrukturen zu erforschen. Der Fokus des Projekts liegt auf der Entwicklung eines neuartigen theoretischen Ansatzes, der die Dichtematrixtheo- rie mit der Dichtefunktionaltheorie kombiniert und damit mikroskopische Untersu- chungen von einer Vielfalt von Hybridstrukturen ermöglicht.

Gemeinsam mit Kollegen der Hebrew University forschen Wissenschaftler der Humboldt Universität unter dem Titel “Juden in Berlin 1918-1938. Zwischen Akkulturierung, Behauptung, Verfolgung und Entrechtung“ über die Situation jüdischer Berlinerinnen und Berliner. Während sich die Hebrew University auf die Behauptungsstrategien konzentriert, wird die Humboldt-Universität den Schwerpunkt ihrer Forschungen auf Entrechtung und Verfolgung legen. Eine bilanzierende und Forschungsperspektiven eröffnende Konferenz soll der europäisch vergleichenden Fortführung des Forschungsvorhabens dienen.

Das Projekt “Aufklärung neurogenetischer Krankheiten mittels Homozygotiekartie- rung und Next Generation Sequenzierungstechnologien“ profitiert von der Expertise eines Wissenschaftlerteams an der Charité und der Hebrew University. Es beschäftigt sich damit, krankheitsverursachende Genmutationen bei Kindern mit neurologischen Krankheiten aufzuspüren und den Zusammenhang zwischen der Art der Mutation und den klinischen Symptomen zu untersuchen. Das Projekt wird die Möglichkeiten verbessern, Familien mit seltenen Erkrankungen zu beraten und das Wissen über die Entwicklungsstörungen des Nervensystems voranzubringen.

Im Verbund mit drei nordrhein-westfälischen Kooperationspartnern haben sich die Humboldt-Universität und die Freie Universität an dem von der Deutschen Telekom Stiftung ausgeschriebenen bundesweiten Wettbewerb zur Einrichtung eines Nationalen Zentrums für Lehrerbildung in der Mathematik beteiligt und gewonnen. Mit der Unterstützung der am Zentrum geplanten Lehr- und Lernforschung, die wissenschaftliche und praxisorientierte Ansätze miteinander verzahnt, trägt die Einstein Stiftung dazu bei, die international hochangesehene Mathematik-Forschungslandschaft in Berlin weiter zu verstärken. Die bundesweit verfügbaren Fort- und Weiterbildungen für Mathematiklehrkräfte werden alle Schulformen berücksichtigen.