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04. Dezember 2012 // (12/12)

Historiker wird erster Einstein Research Fellow

Stefan Rinke von der Freien Universität Berlin will erstmals in einer groß angelegten Studie erforschen, wie der Erste Weltkrieg das globale Bewusstsein in Lateinamerika beeinflusste. Die Einstein Stiftung fördert das Projekt des Geschichtsprofessors als Einstein Research Fellowship und finanziert die Lehrstuhlvertretung durch Nikolaus Böttcher.

 

„Lateinamerika war 1918 nicht mehr so wie 1914“, sagt Stefan Rinke von der Freien Universität Berlin (FU). Obwohl die lateinamerikanischen Länder militärisch nur eine marginale Rolle im Ersten Weltkrieg spielten, hatte der Krieg eine enorme Wirkung auf das globale Bewusstsein der Menschen in diesem Teil der Welt – so die These Stefan Rinkes. In einer großen Studie will der Professor für die Geschichte Lateinamerikas erstmals zeigen, wie der Erste Weltkrieg die lateinamerikanische Sicht auf die globale Ordnung veränderte. Sein Vorhaben überzeugte die Einstein Stiftung Berlin. In seiner letzten Sitzung entschied der Vorstand den Historiker als ersten Einstein Research Fellow zu fördern.

Das Programm „Einstein Research Fellowship“ ermöglicht Professoren von Berliner Universitäten einen maximal zweijährigen Aufenthalt an einem außeruniversitären Forschungsinstitut. Für berufbare Nachwuchswissenschaftler ist die von der Stiftung finanzierte Lehrstuhlvertretung eine Chance ihr Profil zu schärfen.

Stefan Rinke wird ab April 2013 zwei Jahre lang am Ibero-Amerikanischen Institut (IAI) forschen. „Nirgendwo in Deutschland, nicht einmal in Europa, steht mir eine größere Sammlung an Materialien zur lateinamerikanischen Geschichte und ein so inspirierendes Forschungsumfeld zur Verfügung,“ so der Historiker. Und ergänzt: „Angesichts stetig steigender Anforderungen in der universitären Lehre, der Selbstverwaltung und der Drittmittelakquise ist das Einstein Research Fellowship eine einmalige Chance. Ich kann mich voll auf die Forschung konzentrieren, die Bedingungen sind optimal. Für mich ist das eine hohe wissenschaftliche Auszeichnung.“

Mit Nikolaus Böttcher wird der Lehrstuhl Rinkes von einem ausgewiesenen Lateinamerika-Experten vertreten. Böttcher wurde 2004 habilitiert und ist derzeit Lehrbeauftragter am Lateinamerika-Institut der FU. Er hat bisher drei international beachtete Monographien und eine Vielzahl weiterer Publikationen zur Geschichte Lateinamerikas veröffentlicht.

Stefan Rinkes Forschungen als Einstein Research Fellow sollen unter anderem in ein umfangreiches Buch münden. Für die Veröffentlichung konnte er bereits den renommierten Campus Verlag gewinnen.

Die Einstein Stiftung Berlin wurde 2009 vom Land Berlin gegründet. Zweck der Stiftung ist es, Wissenschaft und Forschung in Berlin auf internationalem Spitzenniveau zu fördern und das Land dauerhaft als attraktiven Wissenschaftsstandort zu etablieren.