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13. Juni 2016 // (05/16)

Projekt Schulterblick startet: Was machen die eigentlich den ganzen Tag?

Wie sieht der Alltag eines Einstein-Professors aus? Und wie der einer Berliner Politikerin? Wie entstehen Forschungsergebnisse und wie politische Entscheidungen? Von den tatsächlichen Arbeitsanforderungen und –abläufen existieren meist nur vage Vorstellungen. Das neue Projekt „Schulterblick“ der Einstein Stiftung Berlin will hier Abhilfe schaffen: Politiker und Wissenschaftler sollen sich jeweils während eines Arbeitstages gegenseitig über die Schulter blicken. Das erste Pilottandem startet am kommenden Montag, den 13. Juni 2016: Einstein-Professor Juri Rappsilber von der Technischen Universität Berlin (TU) wird die Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses, Anja Schillhaneck, einen Tag lang begleiten. Am 28. Juni 2016 findet der Gegenbesuch in der TU statt.

„Ich freue mich sehr auf das Projekt. Politik und Wissenschaft reden ja oft aneinander vorbei, das liegt auch daran, dass vielen gar nicht klar ist, wie Politik eigentlich funktioniert, auch Wissenschaftlern nicht. Und natürlich andersrum auch. Das möchte ich ändern,“ sagt Anja Schillhaneck. Mit Hilfe des Projekts soll das Grundverständnis für die Tätigkeit des Tandempartners gestärkt sowie mögliche Vorbehalte entkräftet werden. „Wissenschaftler sitzen mitunter im Elfenbeinturm. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen in unserer Welt ist es jedoch wichtiger denn je, diesen zu verlassen und Unterstützung zu geben und zu erfahren,“ sagt Juri Rappsilber zu seinen Erwartungen an das Projekt.

Die jeweiligen „Tandem-Tage“ spiegeln den konkreten Arbeitsalltag der Forscherin oder des Forschers und der Politikerin oder des Politikers wider. Durch die Begleitung des Tandempartners sollen Einblicke gewonnen werden, die sonst nicht zustande gekommen wären: zum Beispiel bei der Genomanalyse von Fruchtfliegen, Experimenten mit selbstfahrenden Autos, im Seminar mit Studenten, oder während einer Bürgersprechstunde, der Einweihung einer neuen Kindertagesstätte im Wahlkreis oder der Beratung zu einem Gesetzesentwurf.

„Die Einstein Stiftung will mit diesem Projekt eine kommunikative Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft ermöglichen, von der beide Seiten profitieren. Die gewonnenen Einsichten und neuen Kontakte können Impulse setzen oder Hilfe bei konkreten Fragestellungen bieten,“ sagt Günter Stock, der Vorstandsvorsitzende der Einstein Stiftung. Eine erste Bilanz des Projekts soll im Laufe des kommenden Jahres veröffentlich werden.