Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Nachgeforscht bei Michael Sieweke

Projektbeschreibung

“Aus meinem ersten Berlin-Besuch bei der Einstein Stiftung wurden zwei stimulierende Wochen. Abseits der typischen Alltagsverpflichtungen konnte ich mit Kollegen, deren Arbeit mich brennend interessiert, länger diskutieren, Ideen entwickeln und die Details unserer gemeinsamen Projekte festlegen. Angenehm war auch der freundliche Empfang in der Einstein Stiftung und dann habe ich sogar noch Tickets für die Berlinale erhalten. Ich erhoffe mir von der Zeit als BIH Einstein Visiting Fellow neue Bereiche für meine Forschung zu erschließen und Freude an der Wissenschaft mit Effizienz zu verbinden. Die Philosophie der Stiftung scheint mir ideal geeignet, die Ecken des typischen Forschungsalltags abzurunden.“ 

 

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Licht

Nennen Sie spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Genialer Wissenschaftler, Humanist, Relativitätstheorie

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Kaffee machen, wahrscheinlich weil ich süchtig bin, aber ich hab mir sagen lassen, es gibt schlimmere Abhängigkeiten.

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre?
Ein Objekt von Jean Tinguely

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Wunsch frei, mit dessen Erfüllung das Gelingen Ihres Forschungsprojektes sichergestellt wäre. Wie würde dieser lauten?
Freie Zeit zum Nachdenken

Was sind Ihrer Meinung nach die drei größten Erfindungen der Menschheit
Schrift, Elektrizität, Computer

Für die Medizin: Schutzimpfung, Antibiotika, Anästhesie

Wenn Entdeckungen, die unser Leben und unsere Sichtweisen radikal verändert haben, auch zählen, dann in der Biologie die Entdeckung der Zelle als Grundlage aller Lebensformen, der Mechanismus der Evolution und der molekularen Grundlagen der Vererbung.

Wie lautet Ihr persönliches Berliner Lieblingswort, und was bedeutet es?
JWD, janz weit draußen ist der Campus Berlin Buch, aber nur geographisch. Wissenschaftlich nimmt er eine zentrale Rolle ein. Gerne mag ich auch Schrippen, das sind Brötchen. In Schwaben, wo ich mein Studium begann, hießen die noch Weckle.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Diskussion mit schlauen Kollegen und Mitarbeitern

In welchem Berliner Bezirk fühlen Sie sich wohl, und warum?
Mitte: Überall findet man Narben und Zeugen der Berliner Geschichte, trotzdem ist der Bezirk voller Leben und Überraschungen.

Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen?
Die Neugier, das Verstehenwollen selbst des anscheinend unbedeutendsten Details. Die Skepsis, das Infragestellen angeblicher Wahrheiten, selbst der eigenen Überzeugungen. Respektlosigkeit gegenüber jeglichen Dogmen.

Welches Vorurteil über Wissenschaftler ist Ihrer Meinung nach wahr, und warum?
Die Zerstreutheit, ein Schutzmechanismus, der es erlaubt, sich den alltäglichen Ablenkungen zu entziehen und ihnen etwas mehr Zeit der Konzentration abzutrotzen.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Wim Wenders, einen Roadmovie drehen

(März 2015)


Foto: Jean-Marie Heron