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Kampf gegen Krebs

Kampf gegen Krebs:
Ein Protein angreifbar machen

Ein neues Verbundprojekt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin erforscht neuartige Therapieansätze für Kinder und Jugendliche mit hochaggressiven Krebserkrankungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen dabei fünf innovative Strategien zur Hemmung eines Schlüsselmoleküls, das an der Entstehung zahlreicher Krebsarten beteiligt ist. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt ENABLE über drei Jahre mit rund 1,9 Millionen Euro.

 

Die Forschergruppe um Einstein-Professorin Angelika Eggert, Leiterin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie, untersucht, welche Strategien helfen, um die krebsfördernde Aktivität des sogenannten MYC-Proteins aufzuhalten. Dieses Protein reguliert vor allem das Zellwachstum und steuert ein genetisches Programm: Es treibt die Teilung in den Tumorzellen an, fördert die Metastasierung und macht den Tumor unsichtbar für das Immunsystem. Da die Struktur des Proteins keine Bindungsstelle für Medikamente bietet, lässt es sich nicht auf direktem Weg hemmen. Ziel der neuen Forschergruppe ist es nun, neuartige Therapien zur indirekten Hemmung des Proteins zu entwickeln.

„Bisherige Therapieansätze scheitern oft daran, dass durch die Aktivierung des MYC-Signalwegs Therapien entweder von vornherein ineffektiv sind oder sich nach einem ersten Ansprechen Resistenzen entwickeln. Viel zu häufig kann diesen Patienten dann nicht mehr geholfen werden“, erklärt die Kinderonkologin und fügt hinzu: „Wir wollen neue Wege beschreiten und Forschungslücken zur therapeutischen Hemmung von MYC bei Krebs schließen. Die neuen Erkenntnisse könnten zu dem Durchbruch führen, auf den dieses Forschungsfeld schon so lange wartet.“

ENABLE (Enabling MYC Family Protein Druggability) stellt den bislang ersten Ansatz dar, die präklinische und klinische Evaluation neuer Strategien der MYC-Hemmung effizient miteinander zu verbinden. Dabei arbeiten die Forscher mit präklinischen Modellen und untersuchen die Therapieansätze in einer klinischen Phase-II-Studie. Die Charité kooperiert dabei mit dem Max-Delbrück Centrum (MDC), dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Universitätsklinikum Heidelberg, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und dem Universitätsklinikum Düsseldorf.

Quelle: Pressemitteilung der Charité - Universitätsmedizin Berlin
(01.10.2018)