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Brian Kobilka

Mit Brian Kobilka ist im Programm Einstein BIH Visiting Fellow bereits der zweite Nobelpreisträger (2012, Medizin) nach Berlin geholt worden. Nach Stationen in Minnesota, an der Yale University, der Washington University St. Louis und der Duke University forscht Kobilka seit 1990 an der kalifornischen Stanford University. Mit seinen Gastgebern an der Charité – Universitätsmedizin Berlin forscht er an G-Protein gekoppelten Rezeptoren und untersucht dabei, wie strukturelle Faktoren die Koppelungspräferenzen der G-Proteine beeinflussen.

Für die Entdeckung des sogenannten G-Protein-gekoppelten Rezeptors (GPCR) erhielt Brian Kobilka im Jahr 2012 gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Lefkowitz den Nobelpreis. Der Rezeptor ist für die Verarbeitung von Licht-, Geruchs- und einer Vielzahl von Geschmacksreizen verantwortlich. Er ist wichtige Andockstelle auf der Zelloberfläche, an die sich Hormone und Botenstoffe anheften und über die etwa jedes dritte Medikament seine Wirkung entfaltet. In seiner Forschungsarbeit hat Brian Kobilka die molekularen Einzelheiten von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren analysiert, insbesondere die Bindung von Wirkstoffen und die Signalübertragung von dem Rezeptor auf das G-Protein.

In Berlin wird sich der Wissenschaftler gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Peter Hildebrand vom Institut für Medizinische Physik und Biophysik der Charité der Frage widmen, wie G-Proteine im Detail aktiviert werden. Sie wollen mithilfe von Computersimulationen herausfinden, warum bestimmte Bindungen bevorzugt werden. Diese Frage ist beispielsweise wichtig für das sogenannte Drug-Targeting, den wirksameren Einsatz von Medikamenten mit geringeren Nebenwirkungen.