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Amr Aswad

Der Virologe Amr Aswad wechselt von der Universität Oxford als Einstein International Postdoctoral Fellow an die Freie Universität Berlin. Er verstärkt dort die Forschungsgruppe von Benedikt Kaufer, der eine von der VW-Stiftung geförderte Lichtenberg-Professur für Resistenz gegen Virusinfektionen und Vakzine innehat, und sich unter anderem mit humanen Herpesviren beschäftigt. Diese Erreger, die viele Menschen als schlummernde Infektion in sich tragen, können – etwa infolge eines geschwächten Immunsystems – schwere Krankheiten verursachen, etwa Hirnhautentzündung, Gürtelrose oder Pfeiffersches Drüsenfieber.

Kaufer und sein Team untersuchen das humane Herpesvirus 6, mit dem Schätzungen von Experten zufolge mehr als 95 Prozent der Menschen infiziert sind und das unter anderem das Dreitagefieber bei Kleinkindern hervorruft. Dabei interessiert die Wissenschaftler, wie es der Erreger schafft, sein Erbgut in die Telomere – also die Endkappen der menschlichen Chromosomen – einzubauen, auf welche Weise das integrierte Virusgenom nach langen Ruhephasen reaktiviert wird und wie es eliminiert werden kann. Zudem hat es das Virus geschafft, sein Erbgut auch in Keimzellen des Menschen einzuschleusen mit der Folge, dass schon etwa ein Prozent der Weltbevölkerung den Erreger in jeder Körperzelle trägt. Amr Aswad wird die Arbeit der Berliner Wissenschaftler mit neuen Technologien unterstützen. So entwickelte er Sequenzier- und Analysemethoden, mit denen sich der Einbau des Virusgenoms in die Telomere und seine zellulären Auswirkungen noch exakter als bisher detektieren und untersuchen lässt.
Der Nachwuchswissenschaftler hat nach seinem Studium am Londoner King`s College und Imperial College an der Oxford University promoviert und arbeitet dort seit 2015 als Junior Research Fellow.

Text: FU Berlin