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Einstein-Zentrum Neurowissenschaften

Das Einstein-Zentrum für Neurowissenschaften ist eine Initiative der Berlin School of Mind and Brain, des Bernstein Center for Computational Neuroscience, des Centrum für Schlaganfallforschung Berlin und des Exzellenzclusters NeuroCure. Das Zentrum soll die Forschungsverbünde unter einem Dach vereinen, die Zusammenarbeit der Neurowissenschaften mit den benachbarten Disziplinen stärken und die weitere Vernetzung fördern. Grundlagenforschung und klinische Forschung sollen näher zusammenrücken und schneller Therapien entwickeln.

Denk-Zentrum

Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Standort der neurowissenschaftlichen Spitzenforschung entwickelt. Das neu gegründete Einstein-Zentrum für Neurowissenschaften vereint die verschiedenen Berliner Forschungsverbünde unter einem Dach. Ziel ist es, die Teildisziplinen der Neurowissenschaften enger zu vernetzen, Berlin als Forschungsstandort international sichtbarer zu machen und Nachwuchswissenschaftler auf höchstem Niveau auszubilden.

Fortschritte beim Verständnis der hochkomplexen Leistungen des Gehirns entstehen heute vor allem durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche. „Ein einzelnes Institut oder gar Labor im Bereich der Neurowissenschaften kann heute kaum mehr alle relevanten technischen und theoretischen Entwicklungen kompetent abdecken“, sagt Dietmar Schmitz, Einstein-Professor für Neurowissenschaften an der Charité und Sprecher des neu gegründeten Einstein-Zentrums für Neurowissenschaften (ECN). „Durch die Strukturen des ECN werden die bereits vorhandenen Vernetzungen von Teildisziplinen wie beispielsweise der Genetik, Molekular- und Zellbiologie, Biochemie, Neurologie, Philosophie oder auch Materialwissenschaft und Informatik nun weiter ausgebaut und gestärkt.“

Eine der wichtigsten Aufgaben des ECN ist die interdisziplinäre Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern. Um exzellente Doktoranden aus aller Welt anzusprechen, wird unter dem Dach des ECN ein einheitliches, englischsprachiges und modul-basiertes Curriculum für die neurowissenschaftliche Ausbildung angeboten – das  so genannte Einstein Training Programm. „Gegenstand des PhD ist ein strukturiertes Forschungs- und Ausbildungsprogramm, bei dem jeder Doktorand von einem Promotions-Komitee individuell begleitet wird“, erläutert ECN-Ausbildungskoordinator Benedikt Salmen.

Das Programm setzt sich aus Modulen der bereits bestehenden Berliner Graduiertenschulen, sowie der universitären und außeruniversitären Institute zusammen und wird um neu entwickelte Inhalte ergänzt. „Zu Beginn des Studiums wird es eine Art Rotation durch die verschiedenen Labore für sechs Monate geben – so können die Studenten einen Einblick in die verschiedenen Teildisziplinen bekommen“, berichtet Schmitz. „Im Anschluss haben die Teilnehmer dann die Möglichkeit, ihren ganz eigenen Interessen zu folgen“. Angelehnt an internationale Modelle stehen den Studenten während des Studiums mehrere Betreuer aus dem ECN-Mitgliederpool zur Seite, die „ihre“ Studenten bis zum Abschluss des jeweiligen PhD-Abschlusses begleiten.

Doktoranden können sich über eine jährliche Ausschreibung  bewerben. Nach einem Auswahlprozess wird den Kandidaten ein maßgeschneidertes interdisziplinäres Promotionsprogramm zusammengestellt, das über vier Jahre läuft. Sie können zudem ein Stipendium erhalten.

Das Ziel der Vernetzung der neurowissenschaftlichen Forschung in Berlin beginnt für das ECN somit schon mit dem Einstein Training Programm. Ein gemeinsames „Bootcamp“ in den ersten zwei Wochen der Ausbildung, sowie regelmäßige Tagungen sollen den Austausch unter den Studenten von Anfang an fördern.

„Mit dem ECN schaffen wir Strukturen, die die Neurowissenschaften in Berlin auf eine Ebene heben, die höchsten internationalen Ansprüchen genügt“, fasst Schmitz zusammen. „Wir wollen hier eine neue Generation von Forschern ausbilden, die Wissenschaft in großen Zusammenhängen begreift.“

Das ECN wird unterstützt durch die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Technische Universität Berlin, sowie von außeruniversitären Partnern wie dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie.

 

Text: Linda Faye Tidwell