Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Nachgeforscht bei ...

Projektbeschreibung

Dem kniffligen Problem der kompakten computergestützten Darstellung komplexer Transportphänomene begegnet man in den unterschiedlichsten Bereichen - von der Steuerung turbulenter reaktiver Strömungen in Strahltriebwerken bis zur Voraussage von Nährstoffkonzentrationen, die toxische Algenblüten in Flussmündungen auslösen können. Dieses ziemlich verbreitete Problem bildet den ersten Schwerpunkt dieses Projekts, das mit einem Workshop zum Thema "Modellreduktion von Transportphänomenen" eingeleitet wird, der im Frühjahr 2015 stattfindet und eine internationale Gruppe von Sachverständigen aus den wichtigsten beteiligten Disziplinen zusammenführt: Systemmodellierung, Hydrodynamik, computergestützte Steuerung und Modellreduktion. Das Ziel ist ein befruchtender Austausch von Ideen und Sichtweisen innerhalb der Gruppe, in den alle gewonnen Einsichten und Erfahrungen einfließen. 


(März 2015)

Foto: Jean Wiggin

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!

1. E=mc^2.

2. Die Relativitätstheorie. 

3. Die Einsteinsche Summenkonvention - eine Namensgebung, über die ich immer wieder schmunzeln muss - in der gleichen Liga: die Heaviside-Funktion.

 

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?

Ich stelle mir die Frage, ob dies ein guter Tage wäre, um meinen Schreibtisch aufzuräumen, oder ob ich mich lieber sofort in die Mathematik stürzen soll. Die Antwort darauf ist (fast) immer die gleiche...

 

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?

Das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik: ein außergewöhnlicher Ort der Mathematik, dem ich viel Inspiration verdanke.

 

Bitte geben Sie Ihrer Forschungstätigkeit einen passenden Fantasienamen! (Keine Angst, Sie müssen diesen nicht erläutern!)

"Rough stuff" - dies war übrigens der humoristische Vorschlag meines ehemaligen Cambridge-Kollegen G. Grimmets, zur Betitelung meines Readerships anno 2007.

 

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?

Die vielen unglaublich talentierten jungen Leute aus der ganzen Welt, mit denen ich täglich arbeiten kann. Die Berlin Mathematical School (BMS) hat hier ein wunderbares Umfeld geschaffen.

Projektbeschreibung

Studie zu Biomarkern bei Diabetes Typ 1 und 2

"Ein kompliziertes Zusammenspiel von Immun- und Stoffwechselfaktoren verursacht Diabetes Typ 1 und 2. Einige dieser Faktoren und deren genetische Grundlage sind zwar bekannt, doch ist der Beitrag der Umwelt zu beiden Krankheitsformen und beispielsweise der unerklärliche Anstieg des Diabetes in den letzten Jahrzehnten noch mit großen Fragezeichen behaftet. Deshalb müssen wir uns intensiv darum bemühen, bessere Biomarker zu ermitteln, die uns verraten, wie schnell und warum die Krankheit entsteht, ob die Ursachen und der Verlauf von Person zu Person differieren und ob Komplikationen wie kardiovaskuläre Erkrankungen genauer vorhersagbar sind.

Wir hoffen, dass uns derartige Entdeckungen einen großen Schritt voranbringen werden - hin zu einer stärker individualisierten Medizin und einer gründlicheren Erforschung des Diabetes. Beispielsweise heißt es seit Jahrzehnten, dass es sich nur bei Diabetes Typ 1 um eine Autoimmunerkrankung handelt, doch jetzt haben wir auch beim Diabetes Typ 2 Autoimmunreaktionen gegen den eigenen Körper festgestellt. Überdies scheint die Polarisierung bestimmter Zellen des Immunsystems wie Makrophagen nicht nur bei beiden Diabetesformen eine Rolle zu spielen, sondern auch bei Entzündungen, die mit Adipositas in Verbindung stehen. Ein tieferes Eindringen in die Zusammenhänge wird letztendlich den Weg für neue therapeutische Ansätze ebnen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Novo Nordisk durchgeführt." 


Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Musik und Farben. 

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Geige, Kreativität und ergebnisoffenes Denken. Er betrieb die Wissenschaft um der Erkenntnis willen und aus keinem anderen Grund.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Ich trinke einen Café Frappé, um richtig wach zu werden. Nach ein paar Stunden Arbeit setze ich mich dann aufs Fahrrad, um einen klaren Kopf zu bekommen.

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre?
Es wäre ein Musikstück - harmonisch, bewegend und kraftvoll wie eine gute Rockballade oder ein Meisterwerk der klassischen Musik.

Welches Vorurteil über Wissenschaftler ist Ihrer Meinung nach wahr, und warum?
Dass bei der Grundlagenforschung zu sehr das Prestige und die Veröffentlichungen sowie deren Zitierhäufigkeit im Vordergrund stehen, während es doch auf Teamwork, Freiheit und Partnerschaften ankommt. Natürlich müssen wir die Öffentlichkeit mit unserer Arbeit vertraut machen, aber angesichts des Internets und verbesserter Online-Journale sollte die Zitierhäufigkeit der Veröffentlichungen keine so große Rolle spielen. Vielmehr sollte die Zukunft darüber entscheiden, wie erfolgreich ein bestimmtes Forschungsprojekt war, vor allem aber, welchen Erkenntniszuwachs es brachte und wie dieser der menschlichen Gesundheit zugute kam.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Ich würde gern David Garrett oder Anne-Sophie Mutter einen Tag lang begleiten, wenn sie auf Tournee sind. Ich spiele gern Geige, und Musik regt mein Gehirn so an, dass ich dabei an liebgewonnene Orte denke. Ich mag auch Rockmusik (deshalb gibt es in Deutschland auch eine Diabetesband, die sich "Sugardaddies" nennt) und würde gern mal mit Tina Turner oder Carlos Santana musizieren. Dies sind musikalische Wunschträume, und ich würde mir überhaupt wünschen, mehr Zeit für Musik zu haben und besser spielen zu können.


(März 2015)

Foto: privat

Projektbeschreibung

Licht spielt eine immer bedeutendere Rolle als Werkzeug in den experimentellen Neurowissenschaften. Fluoreszierende Proteine werden routinemäßig verwendet, um interessante Neuronen zu beleuchten. Und mit Werkzeugen aus dem neuen Forschungsfeld der Optogenetik ist es nun auch möglich, einzelne Neuronen zu aktivieren oder zu deaktivieren, einfach, indem Licht auf sie fokussiert wird. Wer schon einmal eine Taschenlampe hinter seine Hand gehalten hat, weiß, dass Licht signifikant streut, wenn es durch Gewebe scheint. Aus diesem Grund arbeiten viele der aktuellen optischen Werkzeuge in der experimentellen Neurowissenschaft nur an den oberen Schichten des Gehirns, weil es eine große Herausforderung bedeutet, das Licht unter seiner Oberfläche zu fokussieren. Mein Forschungsprojekt zielt darauf ab, Licht auch in den tieferen Schichten des Gehirns kontrollieren zu können. Wir nutzen neue optische Designs und Verarbeitungsalgorithmen, um die Effekte der optischen Streuung rückgängig zu machen. Wir versuchen dabei, lebende Neuronen aus Hirnarealen zu lösen, die bisher vor unserem Blick verborgen waren.


Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?

Wenn ich morgens am Arbeitsplatz ankomme, greife ich mir als erstes eine Tasse Kaffee. Dann gehe ich meine Notizen vom Vortag durch. Das hilft mir, wieder in die Denkweise zurückzukehren, in der ich vorm Verlassen des Labors am Abend zuvor war. Trotzdem ist es nie exakt die selbe Denkweise – hierdurch gelingt es mir häufig gerade in diesen Momenten am besten, die Fehler zu erkennen, die ich eventuell am Vortag gemacht habe. Außerdem kann ich so die Probleme, über die ich zuvor nachgedacht habe, aus einer neuen Perspektive betrachten.

 

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre?
Ich denke, mein Forschungsprojekt würde wahrscheinlich wie ein abstraktes Gemälde aussehen, zum Beispiel wie eines von Franz Kline. Oder vielleicht eher wie ein Film von den Coen-Brüdern. Ein primäres Ziel meiner Arbeit ist es, Dinge sehen zu können, die tief im Gewebe begraben liegen und dem bloßen Auge normalerweise verborgen bleiben. Wir nutzen auch optische Standard-Tools, aber kombiniert mit einigen sehr klugen IT-Tricks. In gewisser Weise erinnert mich diese Art des Arbeitens an den Prozess, ganz langsam die Bedeutung eines abstrakten Kunstwerkes aufzudecken, indem man sorgfältig darüber nachdenkt und nicht einfach beim ersten Interpretationsgedanken stehen bleibt.

 

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?
Ich habe es noch nicht geschafft, mir die ganze Stadt anzuschauen. Aber weil ich viel mit Licht arbeite, ist mir aufgefallen, dass es einen Ort gibt, wo das Licht ganz besonders fantastisch wirkt: Abends in einem Biergarten. Man könnte sogar sagen, dass die Lichtstrahlen, die über die Tische fallen, ein bisschen wie fluoreszierende Zellen oder Neuronen im Gehirn aussehen – aber das könnte jetzt ein bisschen zu weit führen. 

 

In welchem Berliner Bezirk fühlen Sie sich wohl, und warum?

Bisher habe ich nur einen kleinen Teil von dem gesehen, was Berlin zu bieten hat, aber ich habe es wirklich genossen, mit dem Fahrrad auf dem Tempelhofer Feld herumzufahren. Das ist ein wirklich einmaliger Ort und es ist wunderschön dort, wenn die Sonne scheint. Ich fahre sehr gern Skateboard und auf dem Tempelhofer Feld sah ich zum ersten Mal viele Leute, die mit einer Kombination aus Kite und Skateboard herumfuhren. Das sah nach sehr viel Spaß aus. 

 

Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen?

Eine Eigenschaft, die meiner Meinung nach einzigartig an Wissenschaftlern ist, ist, dass sie in der Regel recht optimistisch bezüglich ihrer langfristigen Ziele und Vorhaben sind. Experimente können Monate oder Jahre in Anspruch nehmen, bis sie abgeschlossen sind, und sie bergen in der Regel viele Herausforderungen und Gefahren. Dadurch sind Wissenschaftler ziemlich gut darin trainiert, in schwierigen Lagen positiv zu bleiben. Das hilft auch dabei, eine Vogelperspektiven-Mentalität für schwierige Probleme einzunehmen. Ich denke, diese beiden Attribute führen zu einem insgesamt positiven Blick auf die langfristigen Probleme, denen wir gegenüberstehen.


(April 2016)

Foto: 
Pablo Castagnola


Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?

Wenn ich die Augen zumache und an die Arbeit an meinem Forschungsprojekt denke, sehe ich zuerst die japanischen Kamikaze-Flieger, die der deutsche Exilschriftsteller Alfred Döblin in seinem Weltkriegsroman "Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende" (1956) beschreibt.

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Mit Albert Einstein verbinde ich: Dahlem, alte Filmaufnahmen und Thomas Mann.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Wenn ich morgens an meinen Arbeitsplatz komme, blicke ich zuerst aus dem Fenster über den Westen von Tokyo und höre dem Booten des Computers zu. Dabei bekomme ich einen klaren Kopf.

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre?
Wenn mein Forschungsprojekt ein Kunstobjekt wäre, sähe es aus wie ein dreieckiges Pendel an einem langen Faden.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Bei meiner Arbeit inspiriert mich die konzeptionelle Perfektion der Katze, die unter meinem Schreibtisch liegt.


(März 2015)

Nachgeforscht bei David Mooney

Mein Projekt

"Wir erarbeiten Strategien, um unter Verwendung von Stammzellen Knochen und Muskeln zu stärken. Insbesondere entwickeln wir Biomaterialien, vielfach auf Kunststoffbasis, die dafür sorgen, dass Stammzellen eine größere Lebensdauer haben und nach dem Einbringen in den Körper besser funktionieren. Unlängst konnten wir nachweisen, dass die Steifigkeit und Fließfähigkeit dieser Biomaterialien spürbare Auswirkungen auf die Stammzellen hat. Wir untersuchen nun, ob wir Biomaterialien entwickeln können, die über die Steuerung dieser mechanischen Eigenschaften die Geweberegeneration positiv beeinflussen. Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass Stammzellen die Regeneration des Skelettmuskelgewebes deutlich verbessern können, und wollen nun herausfinden, wie diese Zellen sich auf die bereits im Körper befindlichen Zellen auswirken, um das Verhalten zu koordinieren."

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes? 
Ich sehe einen Patienten im OP, dem gerade ein neues Biomaterial implantiert oder injiziert wird, um die Regeneration von Knochen oder Muskeln zu fördern.

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
 
Sein Drang, das Universum und seine Gesetze zu ergründen, seine Wertschätzung des Schöpfertums und seine Fähigkeit, den Blick über die Wissenschaft hinaus auf gesamtgesellschaftliche Probleme zu richten.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum? 
Ich gehe meine E-Mails durch, um zu sehen, was für Manuskripte mir meine Studenten geschickt haben. Diese zu lesen und neue Daten zu erhalten ist eine der aufregendsten Seiten meiner Arbeit.

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre? 

Es ginge ein wenig drunter und drüber, denn beim Forschen würden wohl die einzelnen Komponenten unterschiedliche Richtungen verfolgen. 

Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen? 
Die Fähigkeit, Fehlschläge als notwendige Schritte auf dem Weg zur Erkenntnis zu tolerieren und sogar zu akzeptieren.

(April 2015)

Projektbeschreibung

"Ich bin Mathematiker. Genauer gesagt beschäftige ich mich mit der algebraischen Geometrie und insbesondere mit der Geometrie von Modulräumen. Die algebraische Geometrie untersucht Varietäten - die Nullstellen polynomischer Gleichungen in mehreren Variablen. Dieses Fachgebiet spielt in der Mathematik eine zentrale Rolle und weist Verbindungen zur Zahlentheorie, Darstellungstheorie und Topologie auf. Modulfragen in der algebraischen Geometrie betreffen das Verhalten von Varietäten, wenn sich die Koeffizienten der definierenden Polynome ändern. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden mehrere grundlegende Zusammenhänge zwischen der algebraischen Geometrie von Modulräumen und den Pfadintegralen in der Quantenfeldtheorie hergestellt. Ich befasse mich mit verschiedenen Aspekten der Kohomologie und der Zyklustheorie der Modulräume.

Mein Berliner Einstein-Projekt findet an der Humboldt-Universität statt. Ich werde die Module von Kurven, Garben und K3-Flächen untersuchen. Es kommt dabei zu einer natürlichen Zusammenarbeit mit der Gruppe von Gavril Farkas am Institut für Mathematik. Für die erste Veranstaltung des Projekts, eine im Februar durchgeführte Konferenz an der Humboldt-Universität, kam ich für zwei Wochen nach Berlin. Zur Unterstützung des Projekts habe ich auch einen Postdoktoranden gewonnen, der seine Arbeit im Januar aufnahm." 


(März 2015)

Projektbeschreibung

"Nachdem Japan jahrzehntelang die Vormachtstellung der USA in Asien als Eckpfeiler seiner Außen- und Sicherheitspolitik akzeptiert hatte, steht es nun vor einer zentralen strategischen Weichenstellung, denn es gilt, sich richtig zwischen den USA und China zu positionieren. Um das "richtige" Verhältnis zu diesen beiden Mächten herzustellen, bedarf es militär- und wirtschaftspolitischer Korrekturen. Tokios große Strategie beruht nach wie vor auf dem Bündnis Japan-USA, aber sie war für eine bipolare Welt gedacht, die - wie viele japanische Strategen begriffen haben - der Vergangenheit angehört. Heute sind das aufstrebende China und die relativ an Bedeutung verlierenden Vereinigten Staaten zumindest gleichwertige Größen in Japans strategischem Kalkül. In meiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Berlin, die auf Primärforschung in Japan beruht, untersuche ich die sich verändernde Dynamik der Sicherheitslage in Ostasien und ihre Auswirkungen auf die Fortentwicklung der nationalen Sicherheitsstrategie Japans, insbesondere den Ausbau seines nachrichtendienstlichen Apparats." 


Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!

Es liegt wohl daran, dass ich kein Physiker bin, aber als erstes kommen mir zwei Dinge aus meiner Kindheit in den Sinn - seine wilde Mähne und die Geige. Als junger Bursche entnahm ich daraus, dass wissenschaftliches Genie durchaus mit alltäglichen Dingen und der Kunst vereinbar ist. Die dritte Sache beruht nicht auf einem oberflächlichen Eindruck. Es handelt sich um ein wunderbares Buch mit dem Titel Einstein's Dreams von Alan Lightman, mit dem ich befreundet und durch die Heirat unserer Kinder verschwägert bin. Alan ist ein Physiker, der spielerisch und fantasievoll die Mühen des Schöpfertums und die Metaphysik der Relativität einzufangen vermag.

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?
Ja, ich sehe überall die Stolpersteine mit ihren Messingplatten, die die Berliner an die Geschichte ihrer Stadt erinnern. Abgesehen davon, dass sie mich nie unberührt lassen, wird mir dabei bewusst, wie unterschiedlich Deutschland und Japan mit ihrer Vergangenheit umgegangen sind. Die Kriegserinnerungen sind auch in Westeuropa Gegenstand vieler Kontroversen; nicht alle Wunden sind verheilt oder lassen sich überhaupt heilen. Aber diese Auseinandersetzung ist hier anscheinend ein lebendiger und zumeist gesunder Prozess. In Ostasien hingegen ist sie ein zentrales Thema der internationalen Beziehungen, eine offene Wunde, die eine Versöhnung unmöglich macht und Ressentiments schürt, die die regionale und globale Sicherheit gefährden.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Von Albert Hirschman, einem gebürtigen Berliner, habe ich immer wieder starke Anregungen empfangen. Seine frühen Arbeiten zur wirtschaftlichen Entwicklung haben das Gebiet der politischen Ökonomie verändert. Doch es war die Art und Weise, in der er in seinen meisterhaften Abhandlungen Abwanderung und Widerspruch und Denken gegen die Zukunft: die Rhetorik der Reaktion Disziplingrenzen überschritt, die meine Einstellung zu den zentralen Aufgaben eines Wissenschaftlers - Forschung und Aufklärung - veränderte. Jeremy Adelsons großartige Biographie Worldly Philosopher: The Odyssey of Albert O. Hirschman hat mich in meiner Bewunderung und Entschlossenheit noch bestärkt.

In welchem Berliner Bezirk fühlen Sie sich wohl, und warum?

Unser Sohn wohnte eine Zeitlang in Neukölln und Kreuzberg, und jetzt wohnt er mit unserer Schwiegertochter in Moabit. Das sind alles lebenssprühende und reizvolle Stadteile. Aber meine Frau und ich fühlen uns in der Gegend um den Viktoria-Luise-Platz in Schöneberg besonders wohl. Warum? Der Winterfeldplatz ist für uns der schönste Wochenmarkt weltweit, und die nahegelegene Goltzstraße ist eine unscheinbare, aber höchst angenehme Straße, in der wir gern spazieren gehen oder eine Tasse Kaffee trinken.

Mit wem würden Sie gern einmal den Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Ich war in den USA 15 Jahre lang als Fußballschiedsrichter tätig. Zumeist leitete ich Spiele der "Altherrenliga", deren Mannschaften aus ehemaligen Mitgliedern von Hochschulteams bestanden, die vielleicht Mitte 30 waren und den Fußball noch immer liebten, auch wenn die Kräfte langsam nachließen. Wenn ich mir ein Match anschaue, achte ich meistens ebenso auf den Unparteiischen wie auf die Spieler. Übrigens war Pierluigi Collina immer mein Vorbild als Schiedsrichter. Seine "Frisur" habe ich mir ja schon zugelegt (hoffentlich auch seine Integrität), doch wenn ich auch seine Fitness und sein Urteilsvermögen hätte, würde ich gern einmal ein Länderspiel pfeifen. Collina stand ja schon bei wahren Fußballschlachten auf dem Platz, aber ich bin mir nicht sicher, ob es ihn ebenso reizen würde, eine Vorlesung über die Sicherheitslage in Ostasien zu halten.


(März 2015)

Foto: Stuart Darsch

Projektbeschreibung

"Die Ursache von Krebs liegt in genetischen Mutationen, die bösartige Zellen benutzen, um den Kontrollen des gesunden Körpers zu entkommen.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern in Berlin haben wir herausgefunden, dass die Infusion krebsspezifischer T-Zellen sehr weit fortgeschrittene, bösartige Tumoren in Mäusen heilen kann. Die direkte Beobachtung des Zerstörungsvorganges mithilfe des sogenannten „in vivo optical imaging" zeigt die Zerstörung der Tumorvaskulatur durch die T-Zellen als Mechanismus. Diese T-Zellen erkennen krebs-spezifische Mutationen, welche die Ursache von Krebs sind. Wir sind zur Zeit dabei, unsere Erkenntnisse auf die Therapie von Krebs bei Menschen zu übertragen." 


Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?

Dass wir als internationales Konsortium wichtige Fortschritte zur Krebstherapie machen werden.

Über welche Interviewfrage würden Sie sich freuen?
Warum ist unser Forschungsansatz so vielversprechend, endlich effektive spezifische Krebstherapie zu etablieren?

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Außer seiner unglaublichen Originalität:

  • Einsteins Brief in dem er schreibt, dass er sieht, "dass  von Schuldgefühl und Reue bei den Deutschen keine Spur zu finden ist."
  • Dass sich Einstein weigerte, einen Aufruf an Präsident Roosevelt zu unterschreiben, den Morgenthau-Plan zu revidieren, der schon vom Präsidenten unterschrieben war.
  • Dass Einstein Max Borns Rückkehr nach Deutschland als Rückkehr "in das Land der Massenmörder unserer Stammesgenossen" kommentierte.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Was ich mir als erstes am Tag davor vorgenommen habe, sonst verzettelt man sich leicht.

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre?
Den Mörder Krebs in unserem Körper aufzuspüren und ihn komplett zu entfernen.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Wunsch frei, mit dessen Erfüllung das Gelingen Ihres Forschungsprojektes sichergestellt wäre. Wie würde dieser lauten?
Kriterien zu erkunden, die vorhersagen, welcher für jede Krebsmutation spezifischer T-Zell-Rezeptor (TCR) krebsheilend ist und welcher nicht.

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?
Das Max Delbrück Center (MDC) for Molecular Medicine und den Charité-Campus Buch und das dort vorhandene, unglaublich hochkarätige Wissenschaftlerpotential.

Bitte geben Sie Ihrem Forschungsprojekt einen passenden Fantasienamen!
"Dem Mörder in unserem Körper auf der Spur."

Wie lautet Ihr persönliches Berliner Lieblingswort, und was bedeutet es? 

Kaffe (auf der ersten Silbe betont)

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?

Die Logik: Krebs ist durch Mutationen hervorgerufen und wir können diese Mutationen als hoch-selektive Zielscheibe für Killer-T-Zellen benutzen.

In welchem Berliner Bezirk fühlen Sie sich wohl, und warum?
Berlin-Buch: so nahe an der Natur und die schönsten Nachtigallen in der Nacht auf dem Campus Buch, die ich je in meinem Leben gehört habe. Gut, dass Buch Flüchtlinge aufnimmt. Ich war selbst mal einer.

Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen? 
Eine gewisse Besessenheit, das Ungewisse und Probleme zu lösen.

Welches Vorurteil über Wissenschaftler ist Ihrer Meinung nach wahr, und warum? 
Leider fehlt oft die Rücksicht, das Menschliche und Ethische mindestens gleichranging zu behandeln.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Mit niemandem!


(März 2015)


Foto: Pablo Castagnola

Projektbeschreibung

"Seit kurzem arbeiten wir an einem Projekt zur Erforschung der Rolle mononukleärer Phagozyten beim bluthochdruckbedingten Gefäßumbau und ihrer Interaktion mit dem retinalen Pigmentepithel. Bei unseren ersten Zusammenkünften ging es hauptsächlich um organisatorische Fragen und die Gewinnung eines Postdoktoranden, der mit der Berliner Gruppe zusammenarbeiten wird. Uns wurde dabei auch bewusst, wie gut sich der Sachverstand von Dr. Strauss und des Labors von Prof. Joussen und die Kompetenzen meiner Forschungsgruppe ergänzen. Wir sehen unserer fruchtbaren Zusammenarbeit, die von der Einstein Stiftung ermöglicht wurde, erwartungsvoll entgegen." 


Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum? 
Ich bin nicht zuletzt deshalb so gern Wissenschaftler, weil sich keine Routine einstellt. Jeder Tag ist anders, und es gibt nichts, das ich immer gleich zu Arbeitsbeginn erledigen würde. Am Anfang stehen vielleicht Diskussionen mit meinen Mitarbeitern, Aufzeichnungen, Experimente... Kein Tag ist wie der andere. 

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?
Am engsten verbinde ich natürlich das Virchow-Klinikum mit unserem Forschungsprojekt. Ich war dort 1996/97 als Arzt im Praktikum tätig. Es ist schon amüsant, das Gebäude jetzt aus der Warte des Forschers neu zu entdecken. 

Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen?
Ich bin sicher, dass viele Menschen ihren Beruf mit Leidenschaft ausüben, aber Forscher sind oftmals von ihrer Arbeit regelrecht besessen. Wir gehören zu einer privilegierten Spezies, denn wir dürfen den ganzen Tag über das tun, was uns Freude macht...


(März 2015)

Foto: Dr. Xavier Guillonneau

Projektbeschreibung

"Aus meinem ersten Berlin-Besuch bei der Einstein Stiftung wurden zwei stimulierende Wochen. Abseits der typischen Alltagsverpflichtungen konnte ich mit Kollegen, deren Arbeit mich brennend interessiert, länger diskutieren, Ideen entwickeln und die Details unserer gemeinsamen Projekte festlegen. Angenehm war auch der freundliche Empfang in der Einstein Stiftung und dann habe ich sogar noch Tickets für die Berlinale erhalten. Ich erhoffe mir von der Zeit als BIH Einstein Visiting Fellow neue Bereiche für meine Forschung zu erschließen und Freude an der Wissenschaft mit Effizienz zu verbinden. Die Philosophie der Stiftung scheint mir ideal geeignet, die Ecken des typischen Forschungsalltags abzurunden." 

 

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Licht

Nennen Sie spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Genialer Wissenschaftler, Humanist, Relativitätstheorie

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Kaffee machen, wahrscheinlich weil ich süchtig bin, aber ich hab mir sagen lassen, es gibt schlimmere Abhängigkeiten.

Wie sähe Ihr Forschungsprojekt aus, wenn es ein Kunstobjekt wäre?
Ein Objekt von Jean Tinguely

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Wunsch frei, mit dessen Erfüllung das Gelingen Ihres Forschungsprojektes sichergestellt wäre. Wie würde dieser lauten?
Freie Zeit zum Nachdenken

Was sind Ihrer Meinung nach die drei größten Erfindungen der Menschheit
Schrift, Elektrizität, Computer

Für die Medizin: Schutzimpfung, Antibiotika, Anästhesie

Wenn Entdeckungen, die unser Leben und unsere Sichtweisen radikal verändert haben, auch zählen, dann in der Biologie die Entdeckung der Zelle als Grundlage aller Lebensformen, der Mechanismus der Evolution und der molekularen Grundlagen der Vererbung.

Wie lautet Ihr persönliches Berliner Lieblingswort, und was bedeutet es?
JWD, janz weit draußen ist der Campus Berlin Buch, aber nur geographisch. Wissenschaftlich nimmt er eine zentrale Rolle ein. Gerne mag ich auch Schrippen, das sind Brötchen. In Schwaben, wo ich mein Studium begann, hießen die noch Weckle.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Diskussion mit schlauen Kollegen und Mitarbeitern

In welchem Berliner Bezirk fühlen Sie sich wohl, und warum?
Mitte: Überall findet man Narben und Zeugen der Berliner Geschichte, trotzdem ist der Bezirk voller Leben und Überraschungen.

Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen?
Die Neugier, das Verstehenwollen selbst des anscheinend unbedeutendsten Details. Die Skepsis, das Infragestellen angeblicher Wahrheiten, selbst der eigenen Überzeugungen. Respektlosigkeit gegenüber jeglichen Dogmen.

Welches Vorurteil über Wissenschaftler ist Ihrer Meinung nach wahr, und warum?
Die Zerstreutheit, ein Schutzmechanismus, der es erlaubt, sich den alltäglichen Ablenkungen zu entziehen und ihnen etwas mehr Zeit der Konzentration abzutrotzen.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Wim Wenders, einen Roadmovie drehen

(März 2015)


Foto: Jean-Marie Heron

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem derzeitigen Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Flüsse, Pfade, Bäume, Wälder - in den unendlichen Weiten der Kombinatorischen Optimierung



Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Die Äquivalenz von Masse und Energie, die ausgestreckte Zunge und natürlich seine Geige.


Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Ich gieße die Pflanzen in meinem Büro - sie haben den Raum erst gemütlich gemacht und Durst.


Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Wunsch frei, mit dessen Erfüllung das Gelingen Ihres Forschungsprojektes sichergestellt wäre. Wie würde dieser lauten?
Mehr Zeit zum Forschen.


Was sind Ihrer Meinung nach die drei größten Erfindungen der Menschheit?
Die ersten drei Plätze belegen die Mathematik, die Musik und der pannensichere Fahrradreifen - in umgekehrter Reihenfolge.


Wie lautet Ihr persönliches Berliner Lieblingswort, und was bedeutet es?
Da fällt mir nur "Ick sitze da un esse Klops, uff eemal klopp's, ...” ein - das versteht sogar ein Südbadener.


In welchem Berliner Bezirk fühlen Sie sich wohl, und warum?
In Friedenau - meine vier Kinder, meine Frau und ich sind dort zuhause.


Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen?
Keine - jeder Forscher ist ein Mensch und umgekehrt.


Mit wem würden Sie gern einmal einen Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Für einen Tag wäre ich gerne Berliner Verkehrssenator, um diese wunderschönen Stadt endlich von den viel zu vielen herumfahrenden und herumstehenden privaten PKWs zu befreien.

(Juni 2016)

Projektbeschreibung

"Mein Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Methoden der Algebraischen Geometrie und Kombinatorik die auf Fragen in der Optimierung, Statistik und Biologie angewendet werden können. Der offizielle Startschuss ist unser Kickoff-Workshop der in der Akademie der Wissenschaften am 29. und 30. Mai stattfinden wird. Mein Team besteht aus zwei Postdocs, Laura Escobar (im Sommer '15) und Fatemeh Mohammadi (ab Oktober '15), und zwei Doktoranden, Kathlen Kohn und Carlos Amendola." 

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Ich sehe eine wunderschöne algebraische Fläche im drei-dimensionalen Raum mit 16 singulären Punkten, definiert durch eine Gleichung vierten Grades, nämlich die sogenannte Kummer-Fläche.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
E-mail, E-mail, E-mail. Es ist eine Sucht, der man sich schwer entziehen kann.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Wunsch frei, mit dessen Erfüllung das Gelingen Ihres Forschungsprojektes sichergestellt wäre. Wie würde dieser lauten?
Das Auslöschen der hoffnungslos altmodischen Adjektive "rein" und "angewandt" vor dem Substantiv "Mathematik".

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?
Der Rüdesheimer Platz. Meine Familie und ich wohnten für ein Jahr (2007-2008) im IBZ in der Wiesbadener Straße, und ich habe oft am frühen Morgen einen Spaziergang am Rüdesheimer Platz gemacht und dort über meine Forschungsprojekte nachgedacht. Zum Glück gibt es um 6 Uhr morgens Kaffee in den Bäckereien.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Meine Studenten und Doktoranden. Mit den jungen Leuten gemeinsam Mathematik zu lernen ist absolut spitze. Es macht so viel Spaß.

(März 2015)

Foto: Pablo Castagnola

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Ich würde als Erstes an Musik denken.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Es hängt vom Tag der Woche ab. Mittwochs, und heute ist ja ein Mittwoch, habe ich immer frei.

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
1. Relativitätstheorie
2. Jüdisches Deutschtum
3. Genialität

Mit wem würden Sie gern einmal einen Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Mit einem Dirigenten eines Orchesters, das auch ohne Dirigenten auskommt.

(September 2015)

Projektbeschreibung

"Mikroemulsionspolymerisate (Latex Polymere) haben sich als effiziente Phasentransferagentien erwiesen, die es gestatten, ansonsten wasserunlösliche Substrate mit wasserlöslichen Homogenkatalysatoren umzusetzen. Unter bestimmten Umständen lagert sich der wasserlösliche Katalysator an die Latexpolymer Nanopartikel an, sodass er direkt an der enorm vergrößerten organisch-wässrigen Phasengrenze lokalisiert ist. Für die weitere Entwicklung ist das genaue Verständnis des Phasenverhaltens und dieser Aggregationsphänomene sehr wichtig. Desweiteren werden für die praktisch-technische Anwendbarkeit Latexpolymere benötigt, die bei Temperaturen bis zu 150°C und bei hohen Rührgeschwindigkeiten stabil sind (nicht koagulieren). Genau diese Fragestellungen können durch die Unterstützung der Einstein Stiftung im Rahmen des InPROMPT (SFB TR 63) Projektes mit Kollegen aus verschiedenen Disziplinen untersucht werden." 


Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Milch! Denn das ist, wie eine Latex Emulsion in Wasser aussieht.

Über welche Interviewfrage würden Sie sich freuen?
Warum ist Grundlagenforschung wichtig für unsere Gesellschaft?

Nennen Sie bitte spontan drei Dinge, die Sie mit der Person Albert Einstein verbinden!
Ein unermüdlicher Forscher, großer Humanist und Querdenker.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
Korrespondenz beantworten um den Kopf frei zu haben, und Kaffee ansetzen.

Was sind Ihrer Meinung nach die drei größten Erfindungen der Menschheit?
Schrift, Computer und die Ammoniak Synthese.

Wie lautet Ihr persönliches Berliner Lieblingswort, und was bedeutet es? 

Schrippe - ein Brötchen.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?

Gespräche und Diskussionen mit Kollegen und jungen Mitarbeitern.

Welche Eigenschaften unterscheiden einen Forscher Ihrer Meinung nach von anderen Menschen? 
Eine gehörige Portion Neugier und große Fruststabilität gepaart mit Durchhaltevermögen.

Welches Vorurteil über Wissenschaftler ist Ihrer Meinung nach wahr, und warum? 
Wissenschaftler passen nicht in ein bestimmtes Klischee, sondern sind ganz normale Menschen mit allen Variationen an ‘Macken‘, die dieser Spezies eigen sind!


(April 2015)


Foto: privat