Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Interview

Der erste private Förderer der Einstein Stiftung, Dr. Walter Wübben, über seine Motivation und sein Engagement für die Wissenschaft in Berlin.


Sie sind kein Berliner. Warum unterstützen Sie die Einstein Stiftung Berlin?
Die Unterstützung erfolgt in der Tat nicht aus lokaler, sondern aus nationaler Sicht. Ich bin davon überzeugt, dass Berlin als Wissenschaftsstandort, aber auch wegen der Lebensqualität die deutsche Stadt mit der größten Attraktionswirkung für internationale Spitzenwissenschaftler ist. 


Was kennzeichnet für Sie den Wissenschaftsstandort Berlin?
Die Vielfalt und Exzellenz des Wissenschaftsstandortes Berlin, die heute schon vorhandene Internationalität und die Attraktivität der Stadt. Ich wünsche mir, dass das vorhandene Potential weiterentwickelt und mit Hilfe staatlicher und privater Förderung stärker ausgeschöpft wird.


Was zeichnet die von Ihnen geförderten Fellows aus?
Wir fördern nur Fellows, die von der Wissenschaftlichen Kommission zur Förderung ausgewählt wurden. Aus dieser Auslese wählen wir diejenigen aus, die unseres Erachtens das überzeugendste Förderungsprogramm präsentieren. Mir persönlich ist ganz wichtig, dass die Fellows auch tatsächlich eine möglichst lange Zeit in Berlin vor Ort tätig sind.


Haben Sie auch persönlichen Kontakt zu den von Ihnen geförderten Fellows?
Ich habe durchgehend hochinteressante Persönlichkeiten kennengelernt, die ihre Forschungstätigkeit in Berlin außerordentlich engagiert wahrnehmen. 


Inwiefern sollte der privatwirtschaftliche Sektor eine stärkere Rolle bei der Förderung von Wissenschaft und Forschung einnehmen?
Für einen liberalen Geist ist privates Engagement ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche und lebenswerte Zivilgesellschaft. Wissenschaft und Forschung sind für Deutschland zentral für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Anders als etwa in Amerika werden Wissenschaft und Forschung vorrangig staatlich finanziert. Dies geschieht aber bisher nicht in hinreichendem Umfang und bedarf der Ergänzung durch privatwirtschaftliche Unterstützung, um herausragende Wissenschaftler lange zu halten, aber auch internationale Spitzenwissenschaftler wie zum Beispiel über das Visiting Fellow Programm der Einstein Stiftung zumindest vorübergehend nach Deutschland zu ziehen.


Wie kann die Einstein Stiftung zukünftig noch stärker von privatem Förderengagement profitieren?
Die Einstein Stiftung benötigt mehr private Förderung bei gleichzeitiger Verstärkung des Engagements der öffentlichen Hand. Dafür ist der Aufbau eines professionellen Fundraising erforderlich.