Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Einstein-Fragebogen

Bernd Sturmfels

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Ich sehe eine wunderschöne algebraische Fläche im drei-dimensionalen Raum mit 16 singulären Punkten, definiert durch eine Gleichung vierten Grades, nämlich die sogenannte Kummer-Fläche.

Was tun Sie morgens als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen, und warum?
E-mail, E-mail, E-mail. Es ist eine Sucht, der man sich schwer entziehen kann.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Wunsch frei, mit dessen Erfüllung das Gelingen Ihres Forschungsprojektes sichergestellt wäre. Wie würde dieser lauten?
Das Auslöschen der hoffnungslos altmodischen Adjektive “rein“ und “angewandt“ vor dem Substantiv “Mathematik“.

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?
Der Rüdesheimer Platz. Meine Familie und ich wohnten für ein Jahr (2007-2008) im IBZ in der Wiesbadener Straße, und ich habe oft am frühen Morgen einen Spaziergang am Rüdesheimer Platz gemacht und dort über meine Forschungsprojekte nachgedacht. Zum Glück gibt es um 6 Uhr morgens Kaffee in den Bäckereien.

Wer oder was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Meine Studenten und Doktoranden. Mit den jungen Leuten gemeinsam Mathematik zu lernen ist absolut spitze. Es macht so viel Spaß.

(März 2015)