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Einstein-Fragebogen

Cecilia Clementi

 

Cecilia Clementi ist Professorin für Chemie und Biomolekulare Techniken an der Rice University in Houston, Texas, und eine international gefragte Expertin im Bereich der Computersimulation von Biomolekülen. In Berlin unterstützt sie den Sonderforschungsbereich „Einrüstung von Membranen - Molekulare Mechanismen und zelluläre Funktionen“ an der Freien Universität Berlin (FU). In den Forschungsarbeiten sollen insbesondere die Mechanismen von Membranfusionen sowie die Ausbildung synaptischer Proteinarchitekturen untersucht werden.

 

Bitte schließen Sie kurz die Augen und denken Sie an Ihr Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?

Ich sehe Makromoleküle, die wie mikroskopisch kleine Maschinen biologische Funktionen ausführen.

 

Wie erklären Sie Ihr Forschungsprojekt einem Kind?

Durch meine Forschung versuche ich herauszufinden, wie die verschiedenen Moleküle in unserem Körper sich bewegen und interagieren um uns am Leben zu halten.


Was überrascht Menschen am meisten, wenn Sie von Ihrer Forschung erzählen?

Dass für die biologische Forschung Ideen aus der Physik herangezogen werden können. Historisch betrachtet haben sich diese zwei Disziplinen getrennt voneinander entwickelt. Aber heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem sie sich verbinden lassen, sodass Prinzipien und Methoden der Physik uns nun zum Verständnis biologischer Prozesse dienen. 


Mit wem würden Sie gerne für einen Tag Ihren Arbeitsplatz tauschen und was würden Sie dann tun?

Ich fände es interessant, einmal einen Tag lang das Leben einer meiner drei Schwestern zu führen. Vielleicht würde ich dann ihren Alltag besser verstehen.


Haben Sie irgendwelche ungewöhnlichen Hobbys oder Talente, die Sie uns verraten möchten?

Ich bin leidenschaftliche Taucherin und Unterwasserfotografin. Ich liebe es, die Unterwasserwelt zu erforschen und ihre Schönheit mit der Kamera festzuhalten.

 

Was haben Sie erst durch Ihre Forschung über das Leben gelernt?

Die Erforschung der molekularen Welt lehrt uns, dass sich das Leben ständig weiterentwickelt.


Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Wissenschaftler geworden wären?

Seit meiner Kindheit betreibe ich hobbymäßig verschiedene Künste. Daher denke ich manchmal, dass ich vielleicht auch Künstlerin hätte werden können. Oder Tauchlehrerin. Aber ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit und würde sie aktuell mit nichts eintauschen wollen.


Gibt es einen außergewöhnlichen Gegenstand, der Sie in Ihrem Arbeitsleben oder im Alltag begleitet?

In meinen Tauchurlauben sammle ich Muscheln, daher habe ich eigentlich immer Muscheln um mich herum: zuhause, in meiner Tasche oder in meinem Büro.


In welchem Berliner Bezirk, an welchem Ort, fühlen Sie sich besonders wohl und warum?

Ich mag Schöneberg. Dort gibt es viele gute Restaurants und interessante Läden, aber gleichzeitig ist es nicht so überfüllt.


Womit hätten Sie in Berlin gar nicht gerechnet und was vermissen Sie? Was macht Berlin einzigartig für Ihre Forschung?

Berlin hat ein gutes Klima der Zusammenarbeit, was besonders für die interdisziplinäre Forschung gut ist. Dadurch konnte ich in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungsgruppen in Berlin aufnehmen.

 

Juni 2019