Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Einstein-Fragebogen

Gitta Kutyniok

Machen Sie bitte kurz die Augen zu, und denken Sie an die Arbeit an Ihrem Forschungsprojekt. Was sehen Sie als Erstes?
Ich sehe zum einen eine Vielzahl von Datenpunkten, insbesondere Bilder, die in einem riesigen Raum scheinbar unstrukturiert umherschweben, und die es zu analysieren und allgemein zu bearbeiten gilt. Zum anderen sehe ich die Fülle der traditionellen mathematischen Methoden als auch sehr neue Methoden wie z.B. tiefe neuronale Netze, die alle zur Lösung dieser Probleme bereitstehen. Die zentrale Frage ist nun die optimale Wahl bzw. Kombination dieser beiden methodischen Pfade.

Wenn Sie einem Kind erklären müssten, warum Ihre Forschung wichtig ist: Was würden Sie sagen?
In der nahen Zukunft wird die künstliche Intelligenz, insbesondere tiefe neuronale Netze, einen immer größeren Einfluß auf vielfältige Bereiche unseres Lebens haben, wie z.B. medizinische Diagnostik, Rechtswesen oder Verkehr. Meine Forschung trägt unter anderem dazu bei, diese Methoden sicher und nachvollziehbar zu machen.

Was sind Ihrer Meinung nach die drei größten Erfindungen der Menschheit?
Aus der Sicht meines Forschungsbereiches sind die drei größten Erfindungen der Menschheit der Buchdruck, die Elektrizität, und der Computer.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Arbeitstag tauschen, und was würden Sie dann gerne tun?
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit; es gibt keinen anderen Beruf, der diesem nahekommt. Somit gibt es auch niemanden, mit dem ich selbst für einen Tag tauschen möchte.

Gibt es einen außergewöhnlichen Gegenstand, der Sie in Ihrem Arbeitsleben oder im Alltag begleitet?
Mich begleitet immer ein kleiner Stein, den ich aus Hawaii im Frühjahr 2017 mitgebracht habe. Dies war mein erster Urlaub seitca. 15 Jahren, und dieser Stein erinnert mich an diese wunderschöne Zeit.

Gibt es einen konkreten Ort in Berlin, den Sie mit Ihrer Forschungsarbeit verbinden?

Die beiden zentralen Ort für meine Forschung - und deshalb auch für mich - in Berlin sind zum einen der Flur meiner Arbeitsgruppe im 5. Stock des Mathematik-Gebäudes der TU Berlin und zum anderen die Abteilung Videokodierung und Maschinelles Lernen des Fraunhofer Heinrich-Hertz Institutes, bei dem ich als Beraterin tätig bin.

In welchem Berliner Bezirk, an welchem Ort, fühlen Sie sich wohl, und warum?

Ich fühle mich im Grunewald sehr wohl, da ich sehr naturverbunden bin. Ich liebe es zum Beispiel, um den Grunewaldsee zu joggen oder allgemein in den Wäldern zu wandern.

(Oktober 2018)