Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Pressemitteilung

18. Mai 2011 // (06/11)

Martin Grötschel übernimmt Vorsitz der Einstein Stiftung Berlin

Der renommierte Mathematiker und international hoch dekorierte Wissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel übernimmt zum 15. Juni 2011 das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Einstein Stiftung Berlin. Der Stiftungsrat hat den TU-Professor und Vizepräsidenten des Konrad-Zuse- Zentrums für Informationstechnik Berlin (ZIB) einstimmig zum Vorstandsvorsitzenden der ESB be- stimmt.

 

Grötschels akademische Vita wird ergänzt durch ausgeprägte Erfahrungen im Wissenschaftsmana- gement und ein weitreichendes ehrenamtliches Engagement für die Wissenschaft. Zahlreiche Aus- zeichnungen – darunter der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Wissen- schaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – sowie seine Mitgliedschaften in der BBAW, der Leopoldina, acatech und der US National Academy of Engineering belegen das Ansehen, das Gröt- schel in der deutschen und internationalen Wissenschaft genießt. Dass durch das von FU, HU und TU, WIAS und ZIB gemeinsam getragene DFG-Forschungszentrum MATHEON die Angewandte Mathematik in Berlin weltweit eine Spitzenposition einnimmt, ist maßgeblich auf die Arbeit Grötschels zurück- zuführen, der das Zentrum von 2002 bis 2008 als Sprecher leitete. Grötschels Forschungsschwer- punkte liegen in den Bereichen Diskrete Mathematik, Optimierung und Operations Research mit en- gen Verbindungen zur Informatik. Zusammenarbeit mit der Industrie ist für Grötschel eine Selbstver- ständlichkeit; das Spektrum der Anwendungsgebiete seiner Forschungen reicht von der Telekommu- nikation über Finanzmärkte bis hin zu den Bereichen, Transport, Logistik und öffentlicher Verkehr. Martin Grötschel löst mit Mathematik Alltagsprobleme.

 

Der “Alltagsoptimierer“ Grötschel, wie ihn die Financial Times Deutschland charakterisierte, über- nimmt den Vorsitz von Wissenschaftssenator Prof. Dr. Dr. h.c. mult. E. Jürgen Zöllner, der das Amt seit Gründung der Stiftung bekleidet. Der Wechsel an der Spitze ist Folge der Anfang des Jahres in Kraft getretenen Satzungsänderung, die u. a. den Rückzug der Mitglieder des Berliner Senats aus dem Vorstand der Stiftung vorsieht. Auch andere durch die Satzungsänderung begründete Maßnah- men wie die Einsetzung der Wissenschaftlichen Kommission zur Qualitätssicherung der Programme und der Vorbereitung wissenschaftsbasierter Förderentscheidungen sowie die Vertretung der Berli- ner Universitäten im Stiftungsrat unterstreichen das wissenschaftsgeleitete unabhängige Arbeiten der Stiftung. Das für Wissenschaft zuständige Mitglied des Senats ist Mitglied des Stiftungsrates; sel- biger entscheidet über grundsätzliche Aspekte der Förderpolitik der Stiftung.

 

Die Vorsitzende des Stiftungsrates und Vorsitzende der Findungskommission für den neuen Vor- standsvorsitzenden, Prof. Dr. Amélie Mummendey, freut sich über das Ergebnis der Suche: “Mit Mar- tin Grötschel konnte ein herausragender Wissenschaftler gewonnen werden, von dessen Expertise und Engagement die Stiftung und damit auch die Wissenschaft in Berlin in den kommenden Jahren enorm profitieren wird.“

 

Amtsvorgänger und Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner teilt diese Freude: “Martin Gröt- schel ist ein Glücksfall für die Stiftung. Durch sein institutionenübergreifendes Ansehen, seine Füh- rungsqualitäten und seine Kreativität wird er die Stiftungsarbeit zum Wohl der Berliner Wissenschaft weiter vorantreiben. Nach der schwierigen Aufbauphase der Stiftung bin ich nun froh, den Vorsitz in die Hände eines Wissenschaftlers zu übergeben. Die Stiftung ist auf einem sehr guten Weg.“

 

Der neue Amtsinhaber äußert sich zur neuen Aufgabe: „Wenn man den Vorstandsvorsitz der Einstein Stiftung übernimmt, ist es der Aufgabe angemessen, seine Ziele mit einem Einstein-Zitat zu umrei- ßen. Meine Wahl ist auf den folgenden Einstein-Satz gefallen:

‘Nur dann kann der menschlichen Gesellschaft Wertvolles entspringen, wenn sie gelassen genug ist, die freie Entwicklung der Fähigkeiten eines Menschen zu ermöglichen.‘

 

Ich freue mich darüber, dass das Land Berlin die Gelassenheit hat, Spitzenforschung durch eine be- sondere Stiftung zu fördern. Deutsche Forscher sind zwar frei, aber die Entfaltung ihrer Fähigkeiten benötigt finanzielle und organisatorische Unterstützung. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Einstein Stiftung Spitzenforschern unaufgeregt die Freiheiten verschafft, die sie zur Verfolgung ihrer Ziele benötigen, ─ zum Wohle der Wissenschaft selbst und um die Wissenschaft in Berlin weiter zum Leuchten zu bringen.“