Für die Wissenschaft. Für Berlin.

Einstein Guest Researchers und Einstein Junior Scholars zur Förderung der Wissenschaftsfreiheit

 

 

I. ZIEL

Mit zwei zeitlich begrenzten Sonderprogrammen EINSTEIN JUNIOR SCHOLARS und EINSTEIN GUEST RESEARCHERS bietet die Einstein Stiftung zur Förderung der Wissenschaftsfreiheit, weltweit bedrohten oder in ihrer Arbeit eingeschränkten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, für bis zu zwei Jahre in Berlin wissenschaftlich tätig zu sein. Die Programme richten sich vor allem auf die Förderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Krisengebieten. Daneben adressieren sie auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aus Regionen der Welt kommen, in denen es sowohl zu subtilen wie zu konkreten Einschränkungen der Forschung kommt, und die eine Möglichkeit zur Rückkehr, zur Einwanderung oder zur Kooperation in Ländern suchen, die nicht von derartigen Einschränkungen bedroht sind. Zugleich soll das Profil Berlins als tolerante, weltoffene Stadt gestärkt werden, die Forscherinnen und Forschern eine freie Entfaltung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ermöglicht. Die Programme sind zukunftsorientiert; die Kandidatinnen und Kandidaten sollen in Berlin in eine produktive Umgebung integriert werden und die Chance erhalten, ihr Potenzial zu entfalten und sich wissenschaftlich weiterzuqualifizieren.
In begründeten Ausnahmefällen können „Einstein Guest Researchers“ auch als „Einstein-Gastprofessorinnen“ bzw. „Einstein-Gastprofessoren“ gefördert werden.

II. ANTRAGSBERECHTIGUNG

Antragsberechtigt sind die Freie Universität Berlin, die Humboldt Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin sowie die Charité – Universitätsmedizin Berlin.

III. FÖRDERUNG

Die Förderung der Wissenschaftsfreiheit erfolgt vor allem in den genannten Förderformaten: EINSTEIN JUNIOR SCHOLARS und EINSTEIN GUEST RESEARCHERS. Die konkrete Ausgestaltung dieser Förderangebote nutzt und kombiniert bewährte Module der personenbezogenen Förderprogramme der Stiftung. Abweichend von den regulären Förderprogrammen beträgt die Laufzeit jeweils maximal zwei Jahre. Die antragsberechtigten Einrichtungen können in diesen beiden Programmen unabhängig von den üblichen Antragsfristen Anträge einreichen.

Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in einem früheren Stadium ihrer Karriere befinden (Promotion liegt zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens vier bis fünf Jahre zurück) und deren produktive Aufenthaltsdauer außerhalb des Heimatlandes (d.h. ohne Anrechnung von Fluchtzeiten) vier Jahre nicht überschritten hat, kann die Stiftung als Einstein Junior Scholars fördern.

In ihrem Karriereweg fortgeschrittenere Personen (Promotion liegt zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens vier bis fünf Jahre zurück), deren Wissenschaftsfreiheit beeinträchtigt ist und deren produktive Aufenthaltsdauer (d.h. ohne Anrechnung von Fluchtzeiten) außerhalb des Heimatlandes unter vier Jahren liegt, können als Einstein Guest Researchers beantragt werden.

In den Programmen können auch Anschlussförderungen für Personen beantragt werden, die derzeit bereits durch die Philipp-Schwartz-Initiative unterstützt werden, solange sie dadurch die vierjährige produktive Aufenthaltszeit in einem sicheren Forschungsumfeld nicht überschritten haben.

Beantragt werden kann die Finanzierung der betreffenden Person in Form eines Stipendiums – je nach wissenschaftlicher Karrierestufe und Regelung der aufnehmenden Universität bzw. in Höhe von max. 2.100 € pro Monat ohne Finanzierung von Nebenkosten – oder in Form einer Stelle (im Normalfall Entgeltgruppe TV-L 13). Darüber hinaus können auch weitere projekt- bezogene Mittel im Umfang von maximal 30.000 Euro für die Gesamtlaufzeit der Förderung (i. d. R. zwei Jahre beantragt werden. Im Falle von Einzelförderungen, die eine thematisch zusammenhängende Forschergruppe bilden, kann ab fünf Geförderten auch eine Koordinations- stelle durch Zusammenlegung der 30.000 € je Gefördertem bzw. je Geförderter finanziert werden, um die Integration und Kooperation der Geförderten zu erleichtern.

IV. FÖRDERDAUER

Die Förderdauer beträgt maximal zwei Jahre. Nach heutigem Kenntnisstand soll das Programm über Ende 2021 hinaus fortgesetzt werden.

V. ANTRAGSTELLUNG

Die antragsberechtigten Universitäten können ab sofort Anträge auf Gewährung eines Einstein Junior Scholars oder eines Einstein Guest Researchers stellen. Neben der Begründung für die vorgeschlagene Kandidatin / den vorgeschlagenen Kandidaten legen die Vorschläge dar, welchen Beitrag die Kandidatinnen und Kandidaten zur Profilbildung des jeweiligen Wissenschaftsbereichs in Berlin leisten. Wesentlicher Bestandteil des Antrags muss eine möglichst realistische Einschätzung der wissenschaftlichen Vita (bspw. durch Auflistung englischsprachiger, auf eigenständiger Forschung basierender international sichtbarer Publikationen, Erfahrung in internationalen Kooperationen, etc.), der Integrationsfähigkeit (fachliche Passfähigkeit zur beantragenden Einrichtung, Versiertheit in englischer oder ggf. anderer fachrelevanter Sprachen) und Perspektive des/der Kandidaten sein. 

 

Bitte beachten Sie, dass Sie in einem ersten Schritt einen potentiellen Gastgeber / Mentor an einer der Universitäten identifizieren müssen, der Ihnen Unterstützung (akademische Betreuung, Büro- / Laborraum, IT und administrativen support) zusichert. In einem zweiten Schritt können Sie sich daraufhin an die Kontakpersonen in den Forschungsabteilungen der jeweiligen Universitäten (siehe rechts) wenden, um Unterstützung in der Antragsstellung zu erhalten.

VI. INANSPRUCHNAHME DER BEWILLIGUNG

Die bewilligten Mittel können nur über die Universität oder die Charité im Drittmittelverfahren in Anspruch genommen werden.


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