Für die Wissenschaft. Für Berlin.

VIII / X Das Berlin der Zukunft braucht ...

… eine vereinte Stadtgesellschaft

Im Berlin der Zukunft wird es eine neue Stadtgesellschaft geben, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt der Menschen füreinander und vom Interesse aneinander. Das ist meine Vision für diese Stadt.

Der Impuls zu dieser grundlegenden Veränderung wird von den großen sozialwissenschaftlichen Exzellenzclustern der Stadt ausgehen. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher werden aus ihren Büros und Labors treten, sich einmischen, indem sie aktiv mit der Politik und der Gesellschaft in Austausch treten, ihre Ergebnisse erklären, Impulse für ihre Arbeit aufnehmen. Sie werden auch den Kontakt zu Gruppen suchen, die am Rand der Gesellschaft stehen, dort, wo sich Gettos herausbilden.  Dieses entschlossen umgesetzte Ansinnen der Wissenschaft, von Beginn an in die Stadtgesellschaft hineinzuwirken, statt sie nur zu beforschen, wird bald mitgetragen von den vielen in Berlin angesiedelten Stiftungen. Und der Politik, die sich einen Ruck geben wird, damit Sozialforscherinnen und -forscher ihre Annahmen endlich unter realen Bedingungen prüfen können.

Den eigentlichen Ausschlag werden dann aber die Kinder geben. Sie werden es leid sein, immer nur mit platten Wahlparolen abgespeist zu werden, ohne dass sich ihre Situation verbessert. Anlässlich der Bundestagswahl 2021 werden sie sich über die Grenzen der Bundesländer hinweg solidarisieren, ihre Stimme erheben.

Erfolgreich werden sie einklagen, was ihnen wichtig ist und Parteien über Jahrzehnte hinweg immer wieder versprechen: eine Förderung entsprechend ihrer Fähigkeiten, das gemeinsame Lernen mit Kindern aus anderen Kulturen, die Akzeptanz anderer Religionen. Engagement für die Zivilgesellschaft von klein auf. Achtung und Zurückhaltung als feste Leitplanken des gesellschaftlichen Miteinanders. Neugierig bleiben und lebensfähig werden, Verantwortung übernehmen, sich Veränderungen stellen, sie anstoßen und vorantreiben. Endlich eine nachhaltige Politik, die nicht mehr an kurzfristigen Interessen ausgerichtet ist. 

Die Kinder werden ihren Idealen als Erwachsene treu bleiben. Sie werden beständig Reformen von der Politik einfordern, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und erprobten Lösungsansätzen beruhen. In nur zwei Jahrzehnten wird so allen ein angemessenes Wohnen ermöglicht werden. So wird beispielsweise jeder Eigentümer einer Luxuswohnung für eine Sozialwohnung aufkommen müssen, nicht am Rande der Stadt, sondern gleich um die Ecke. Allgemein wird für Erwerbstätige die Vier-Tage-Woche gelten, am fünften Tag werden alle Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich für die Gemeinschaft arbeiten. Sie werden zugewanderte Neubürgerinnen und Neubürger beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen, sie werden bei der häuslichen Pflege von Älteren und Kranken helfen. Die Stadt wird weniger gespalten sein. Alt und Jung, Menschen mit und ohne Migrationserfahrung, Arm und Reich werden zusammenrücken: Sie werden miteinander leben und sprechen.