Krankheiten erkennen, bevor sie ausbrechen
Podcast Einstein-Zentrum Early Disease Interception

Foto: Charité
Viele Krankheiten setzen lange vor dem Auftreten erster Symptome ein. Wie könnte eine Medizin aussehen, die beginnende Veränderungen in Zellen und Geweben aufspürt, sie frühzeitig behandelt und damit Gesundheit bewahrt?
Dieser Frage geht Leif Erik Sander nach, dem Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin an der Charité und Arbeitsgruppenleiter am Berlin Institute of Health. Gemeinsam mit Kolleg:innen aus zwölf Berliner Einrichtungen forscht er am Einstein-Zentrum Early Disease Interception (EC-EDI). Dort verbindet das interdisziplinäre Team hochauflösende molekulare Methoden mit bioinformatischen Analysen und künstlicher Intelligenz. Ihre Vision ist eine präzisere, personalisierte Medizin: Statt wie bisher Früherkennung allein nach allgemeinen Kriterien wie etwa dem Alter durchzuführen, könnten künftig sehr viel gezieltere Angebote anhand von Daten- und Biomarker-basierten Risikobewertungen gemacht und damit der Nutzen von Früherkennung deutlich verbessert werden. So ließen sich Krankheiten verhindern oder behandeln, Lebensqualität länger erhalten und das Gesundheitssystem entlasten.
Doch wann hilft Vorsorge – und wann beginnt Überdiagnostik? Und was müsste geschehen, damit möglichst viele Menschen von den neuen Verfahren profitieren? Im Gespräch mit Moderatorin Hannah Weber erklärt Professor Sander die Chancen, Grenzen und Voraussetzungen einer neuen Medizin, die auch für den Wirtschaftsstandort Berlin von Bedeutung sein könnte.

