Im Zentrum des Projekts des Professors für auditive Neurologie von der Macquarie University in Sydney (Australien) steht eine Form des Lernens, die primär über die akustische Wahrnehmung erfolgt und als Statistisches Lernen bezeichnet wird. Dieser unbewusste Prozess vollzieht sich im Gehirn fortlaufend, indem die Umgebung wahrgenommen und automatisch auf Informationen gescannt wird. So lernt es, wichtige Signale von Hintergrundrauschen zu unterscheiden. Das Team um McAlpine und Livia de Hoz (Charité - Universitätsmedizin Berlin) wird in Assoziierung mit dem Sonderforschungsbereich "Mechanismen und Störungen der Gedächtniskonsolidierung" die neuronalen Strukturen des auditiven Gehirns von Mäusen aufzeichnen und die Geräuscharten untersuchen, die statistisches Lernen ermöglichen. Der Fokus liegt dabei auf den neuronalen Schaltkreisen und Zellmechanismen.
In der zweiten Projektphase nach Verlängerung der Förderung soll geklärt werden, wie Verhalten, Vorhersagbarkeit von Geräuschen und aktive Aufmerksamkeit das Hören beeinflussen. Zudem werden die gewonnenen Erkenntnisse in Experimente mit neurodiversen Menschen übertragen, um zu untersuchen, wie dieser Lernprozess bei ihnen verändert ist. Die Erkenntnisse sollen unser Verständnis davon vertiefen, wie das Gehirn die Muster der Welt lernt, insbesondere im auditiven Bereich, und zu Fortschritten in der Hörtechnologie beitragen.


