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Lucy Palmer

Lange galt der Schlaf als entscheidend für die Gedächtnisbildung. Doch aktuelle Forschung zeigt: Auch im wachen Zustand kann das Gehirn neue Informationen verarbeiten und dauerhaft speichern, allerdings auf andere Weise. Lucy Palmer, Professorin am australischen Florey Institute of Neuroscience and Mental Health, wird untersuchen, wie unser Gehirn Erinnerungen festigt – im Schlaf und im Wachzustand. 

Im Zentrum steht dabei, wie sich die neuronalen Mechanismen der Gedächtniskonsolidierung zwischen Schlaf und Wachzustand unterscheiden und ob der Hippocampus je nach Zustand sogar gegensätzliche Rollen spielt. In Kooperation mit dem Exzellenzcluster NeuroCure der HU Berlin und ihrem Gastgeber Professor Matthew Larkum (HU Berlin) will Palmer erforschen, wie diese beiden Zustände zusammenwirken und wie neue Erinnerungen in vorhandenes Wissen eingebettet werden. Mithilfe von In-vivo-Bildgebung und optogenetischen Verfahren wird die Hirnaktivität in Tiermodellen gemessen und gezielt beeinflusst. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie das Gehirn flexibel mit neuen Informationen umgeht. Die Erkenntnisse sollen auch helfen, neue Ansätze zur Behandlung von Gedächtnisstörungen wie Alzheimer oder Posttraumatischer Belastungsstörung zu entwickeln – etwa durch gezielte Förderung oder Korrektur von Gedächtnisprozessen.