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Projektergebnisse

Fremdheit oder Andersheit ist Thema verschiedenster Disziplinen. Dies können fremdartige Umwelten als Folge von Naturkathastrophen oder bei der Kolonisierung von Himmelskörpern sein aber auch Fremdheit beim Treffen auf andere Kulturen oder im Hinblick auf außerirdisches Leben. Der Einstein-Zirkel „Exploring Otherness on Earth and beyond: Integrating perspectives from natural sciences, social sciences and humanities“ (2022–2025) hatte das Ziel das Fremde zu verstehen und Wege zu finden, damit umzugehen. Dabei stellten wir die Fragen: Was ist das Fremde? Wie gehen Menschen mit fremden Umwelten oder fremdem Leben um? Während kulturell und gesellschaftlich das Fremde meist als „etwas Seltsames und Beängstigendes“ oder als „anders als das, was wir gewohnt sind“ verstanden wird und oft negativ oder ablehnend wahrgenommen werden kann, ist die Gesellschaft in der Regel interessiert daran mögliches „außerirdisches Leben“ zu finden oder fremde Umwelten im Universum zu erforschen. Ziel des Einstein-Zirkels war es das Phänomen des „Anderen“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und explizit Perspektiven sowohl aus Natur- als auch Sozial-, und Geisteswissenschaften vereinen.

Der Zirkels verband drei naturwissenschaftliche Dimensionen – Andere Erde (Geophysik), Andere Welten (Weltraumforschung) und Anderes Leben (Astrobiologie) – mit drei geistes- und sozialwissenschaftlichen Sichtweisen – das andere Selbst (Philosophie/Theologie), das Andere in den Medien (Kommunikationswissenschaft) und das Andere in der Wahrnehmung (Psychologie). In insgesamt acht Workshops sowie einer Abschlusskonferenz diskutierten wir diese Themen interdisziplinär. Jedes Treffen setzte den Schwerpunkt auf einen der Bereiche, der dann aus den jeweils anderen Disziplinen beleuchtet wurde.

In den Workshops behandelten wir die Suche nach außerirdischem Leben und Fragen der Kolonisierung von Mond und Mars. Hier wurden Chancen, Risiken und ethische Dilemmata thematisiert: Wie würde die Menschheit auf den Nachweis außerirdischen Lebens reagieren? Welche Rolle spielen die Medien dabei? Dürfen wir fremde Planeten kolonisieren oder gar deren Ressourcen nutzen? Besonders wertvoll waren die lebhaften Diskussionen, die halfen, unterschiedliche Denkweisen und Methoden zu verstehen und gemeinsame Forschungsansätze zu entwickeln.

Der Zirkel führte bereits zu konkreten Ergebnissen und Kooperationen. Innerhalb des Zirkels gab es Wissenschaftsübergreifende Kooperationen, die in gemeinsame Publikationen oder Projektanträgen mündeten, wie zum Beispiel die Berichterstattung über das Finden von Phosphinen auf der Venus, Gleichstellung in der Astrobiologie, oder KI-gestützte Untersuchung von Cholibakterien in Trinkwasser. Insbesondere hat der Einstein-Zirkel dazu beigetragen einen Forschungsschwerpunkt zu diesem Thema in Berlin aufzubauen. Mitglieder des Zirkels haben einen Antrag für einen Sonderforschungsbereich zum Thema „Habitability as a fundamental planetary process“ eingereicht, in dem der Fokus von der Suche nach ‚Leben wie wir es von der Erde her kennen‘ auf basale physikalisch geo-chemische Prozesse, die es ermöglichen ‚Leben das anders als auf der Erde sein kann‘ zu untersuchen, verschoben. Insbesondere wird der Standpunkt vertreten, dass wir gesellschaftliche Folgen der Suche nach außerirdischem Leben bereits zusammen mit der entsprechenden Forschung daran bedacht und sich darauf vorbereitet werden sollte. Eine Besonderheit des Projektes ist es, dass auch hier Forschung von Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften vereint wird.

Neben den wissenschaftlichen Ergebnissen war die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Anliegen. Mitglieder des Zirkels traten regelmäßig in Medien, Planetarien und Blogs auf, um aktuelle Forschung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Formate wie Einstein in the Dome erreichten ein großes Publikum und verdeutlichten die gesellschaftliche Relevanz interdisziplinärer Forschung.

Insgesamt hat der Einstein-Zirkel gezeigt, dass der interdisziplinäre Austausch über das „Andere“ neue Sichtweisen eröffnet – nicht nur für die beteiligten Fachgebiete, sondern auch für den Umgang der Gesellschaft mit Fremdheit, Ungewissheit und Zukunftsfragen. Die Ergebnisse legen den Grundstein für nachhaltige Forschungskooperationen und machen Berlin zu einem starken Standort für innovative, fächerübergreifende Weltraum- und Gesellschaftsforschung.