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Pressemitteilung

20.11.2025

Einstein-Professur für Humangenetiker Prof. Dr. Malte Spielmann

Der bisherige Direktor des Instituts für Humangenetik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel und Lübeck, Prof. Dr. Malte Spielmann, wechselt zum 1. Januar 2026 an die Charité – Universitätsmedizin Berlin und wird dort mit einer Einstein-Professur gefördert. Prof. Spielmann ist ein international anerkannter Experte für genetische Ursachen von seltenen Erkrankungen und spezialisiert auf angeborene Fehlbildungen, insbesondere von Gliedmaßen, die zu den komplexesten und am schwierigsten zu diagnostizierenden Geburtsfehlern gehören. An der Charité wird er ein neues Forschungsprogramm zur Aufklärung seltener genetischer Erkrankungen aufbauen. 

Im Rahmen seiner Professur wird Prof. Spielmann genetische Analyseverfahren (sogenannte Multi-Omic-Technologien) kombinieren, um das Genom von Patient:innen noch präziser zu erforschen und bislang ungeklärte Krankheitsursachen zu identifizieren. Dabei kommen neueste Sequenzierungstechnologien zum Einsatz – darunter Long-Read-Ganzgenomsequenzierung mit der PacBio Revio-Plattform –, die nicht nur die Gene selbst, sondern auch deren Aktivierung (Genregulation) und räumliche Anordnung im Zellkern (3D-Genomorganisation) sichtbar machen. 

„Angeborene Gliedmaßenfehlbildungen stellen eine große Herausforderung für die genetische Forschung dar. Trotz erheblicher Fortschritte bleibt in vielen Fällen die Ursache unklar, da aktuelle Diagnosemethoden nicht alle relevanten Bereiche des Erbguts abbilden“, erklärt Prof. Spielmann. „Indem wir Gene, ihre Steuerung und ihre räumliche Struktur gemeinsam betrachten, gewinnen wir ein deutlich vollständigeres Bild. So werden wir Ursachen aufdecken können, die bislang nicht nachweisbar waren.“

Die Forschung von Prof. Spielmann soll nicht nur neue Diagnosen ermöglichen, sondern auch methodische Grundlagen schaffen, die auf andere seltene genetische Erkrankungen übertragbar sind. Auf diese Weise fördert das Projekt den Fortschritt hin zu einer präziseren und stärker personalisierten Medizin.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als Einstein Stiftung zum Wechsel von Prof. Spielmann nach Berlin beitragen konnten. Seine Arbeit wird ein herausragender Gewinn für die medizinische Forschung und die wissenschaftliche Gemeinschaft in Berlin sein“, sagt Prof. Martin Rennert, Vorstand der Einstein Stiftung Berlin. 

Mithilfe des Förderprogramms „Einstein-Professur“ unterstützt die Einstein Stiftung Berufungen von Wissenschaftler:innen auf höchstem internationalem Niveau an Berliner Universitäten. Ziel ist es, neue Forschungsschwerpunkte dauerhaft in Berlin zu etablieren und die internationale Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandorts zu stärken.

Die Einstein Stiftung Berlin ist eine gemeinnützige, unabhängige und wissenschaftsgeleitete Einrichtung, die 2009 als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet wurde. Sie fördert Wissenschaft und Forschung fächer- und institutionenübergreifend in und für Berlin auf internationalem Spitzenniveau. Rund 240 Wissenschaftler:innen – unter ihnen drei Nobelpreisträger –, über 70 Projekte und acht Einstein-Zentren wurden bislang gefördert. 

Für die Wissenschaft. Für Berlin.