04.03.2026
Einstein-Professur für Chemiker Prof. Dr. Kallol Ray
Richtungsweisende Forschung zu nachhaltiger Energie und grüner Chemie
Der Chemiker Prof. Dr. Kallol Ray wird ab dem 1. April 2026 als Einstein-Professor gefördert. Damit trägt die Einstein Stiftung dazu bei, den international führenden Experten für bioanorganische Chemie und Katalyse an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) zu halten, wo er seine Forschung in Richtung nachhaltiger Energiequellen und umweltschonender Chemie weiter ausbauen wird.
Im Fokus von Professor Rays Arbeit steht die grundlegende Chemie der Bildung und Aktivierung von molekularem Sauerstoff, welche eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung umweltfreundlicher und effizienter Katalysatoren spielt. Seine Forschung untersucht den Einfluss von Mechanismen und Reaktivitäten bestimmter Metallionen und aktiver Zwischenstufen in Metallkomplexen und Metalloenzymen auf die chemische Reaktionskraft von Metall-Sauerstoff-Verbindungen. Entwickelt werden daraus Möglichkeiten einer gezielten Reaktivitätssteuerung. Metalloenzyme sind Metalle enthaltende biologische Katalysatoren, die beispielsweise bei der Fotosynthese die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoffionen in Pflanzen bewirken. Professor Rays Forschung zielt darauf, Solarenergie für eben diese Reaktion unter Verwendung hocheffektiver synthetischer Metalloenzyme zu nutzen – ein entscheidender Schritt hin zur nachhaltigen Produktion von grünem Wasserstoff.
„Die Entwicklung von kostengünstigen und umweltschonenden Katalysatoren, die sowohl in der Industrie als auch in der Energieproduktion eingesetzt werden können, ist von großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung“, erklärt Kallol Ray. „Meine katalytische Forschung ist inspiriert von effizient arbeitenden, biologischen Systemen und soll dazu beitragen, Lösungen für die Energie- und Umweltprobleme unserer Zeit zu finden.“
Professor Ray ist international anerkannt für seine Beiträge zur Chemie molekularer Übergangsmetall-Oxo-Verbindungen, insbesondere bioinspirierter und biomimetischer Komplexe. Seine Arbeiten haben das Verständnis von elektronischen Strukturen und Reaktionsmechanismen in der anorganischen Chemie erweitert. Mit einer großen Vielfalt spektroskopischer Methoden hat er neue Formen der Reaktivität von Übergangsmetallkomplexen entschlüsselt, die anspruchsvolle katalytische Transformationen zulassen. Die Förderung der Einstein Stiftung ermöglicht der HU Berlin und Professor Ray unter anderem die Beschaffung von Messgeräten, mit denen hochsensible und reaktive chemische Zwischenstufen noch detaillierter untersucht werden können.
Mithilfe des Förderprogramms „Einstein-Professur“ unterstützt die Einstein Stiftung Berufungen von Wissenschaftler:innen auf höchstem internationalem Niveau an Berliner Universitäten. Ziel ist es, neue Forschungsschwerpunkte dauerhaft in Berlin zu etablieren und die internationale Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandorts zu stärken.
Die Einstein Stiftung Berlin ist eine gemeinnützige, unabhängige und wissenschaftsgeleitete Einrichtung, die 2009 als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet wurde. Sie fördert Wissenschaft und Forschung fächer- und institutionenübergreifend in und für Berlin auf internationalem Spitzenniveau. Rund 250 Wissenschaftler:innen – unter ihnen drei Nobelpreisträger –, über 70 Projekte und zehn Einstein-Zentren wurden bislang gefördert.
Für die Wissenschaft. Für Berlin.

