07.01.2026
Förderung der Biologin Kerstin Kaufmann als Einstein-Professorin
Die Einstein Stiftung Berlin fördert Professorin Kerstin Kaufmann als Einstein-Professorin und trägt so dazu bei, die international ausgewiesene Expertin für pflanzliche Zell- und Molekularbiologie an der Humboldt-Universität zu Berlin zu halten. In ihrer Forschung verbindet Kerstin Kaufmann modernste experimentelle und rechnergestützte Methoden und entwickelt die klassische, deskriptive Entwicklungsbiologie zu einer designorientierten Disziplin weiter. Ziel ist es, die grundlegenden Prinzipien der Pflanzenentwicklung zu entschlüsseln und Entwicklungsprozesse gezielt zu steuern, um beispielsweise Pflanzen widerstandsfähiger gegen Stress zu machen oder Erträge in der Landwirtschaft zu steigern.
Im Zentrum ihres Forschungsprogramms steht die Frage, wie Zellen ihre Identität erwerben, aufrechterhalten und flexibel anpassen. Diese Prozesse bilden die Grundlage für die Entstehung komplexer und anpassungsfähiger Gewebe. Ein besonderer Fokus liegt auf der Symmetriebrechung und der Entstehung zellulärer Asymmetrie in Pflanzen – entscheidenden Schritten der pflanzlichen Entwicklung.
Mit ihrer Forschung verfolgt Professorin Kaufmann die Vision einer programmierbaren Pflanzenmorphogenese. Durch die Kombination molekularer Genetik, Genomik und Optogenetik untersucht sie, wie Licht-, mechanische und Signaleinflüsse genutzt werden können, um Entwicklungs- und Regenerationsprozesse gezielt zu steuern. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung und Regeneration pflanzlicher Gewebe sowie die Gestaltung biologischer Systeme.
Professorin Kaufmann erklärt: „Unser Ziel ist es, eine institutionenübergreifende Initiative für kontrollierbare Morphogenese in Berlin auf den Weg zu bringen und dabei biologische, biophysikalische und ingenieurwissenschaftliche Ansätze zu integrieren. Die Unterstützung durch die Einstein Stiftung ist dabei sehr wertvoll.“
Durch etablierte Kooperationen mit dem Berliner Institut für Molekulare Systembiologie (BIMSB), dem Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie und dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) stärkt Kerstin Kaufmann die Vernetzung zwischen Molekularbiologie, quantitativer Modellierung und Bioengineering.
Der Vorstandsvorsitzende der Einstein Stiftung Berlin Professor Martin Rennert betont: „Mit Professorin Kaufmann fördern wir eine herausragende Wissenschaftlerin, die exzellente Grundlagenforschung mit innovativen technologischen Ansätzen verbindet. Die Fortsetzung ihrer Arbeit an der Humboldt-Universität wird Berlins international ausgewiesene Forschung im Bereich der integrativen und designorientierten Lebenswissenschaften maßgeblich stärken.“
Durch die Förderung einer Einstein-Professur unterstützt die Einstein Stiftung die Berliner Universitäten und die Charité in ihren Berufungs- oder Bleibeverhandlungen. Auf Antrag können deren Angebote verstärkt werden, um so den Ausschlag zu geben, dass Spitzenwissenschaftler:innen nach Berlin kommen oder in Berlin verbleiben.
Die Einstein Stiftung Berlin ist eine gemeinnützige, unabhängige und wissenschaftsgeleitete Einrichtung, die 2009 als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet wurde. Sie fördert Wissenschaft und Forschung fächer- und institutionenübergreifend in und für Berlin auf internationalem Spitzenniveau. Rund 250 Wissenschaftler:innen – unter ihnen drei Nobelpreisträger –, über 70 Projekte und zehn Einstein-Zentren wurden bislang gefördert.
Für die Wissenschaft. Für Berlin.

