Liebe Freundinnen und Freunde der Einstein Stiftung Berlin,
wir wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr und hoffen, dass Sie gesund und zuversichtlich in 2026 „gerutscht“ sind!
Für den Wissenschaftsstandort Berlin steht bereits im ersten Quartal 2026 eine richtungsweisende Entscheidung an: Im März wird der Wissenschaftsrat bekanntgeben, ob die Berlin University Alliance (BUA) erneut im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes gefördert wird. Wer die Entwicklung der Berliner Wissenschaft in den zurückliegenden sieben Jahren überblickt, darf zuversichtlich sein, dass es auch für die kommenden sieben Jahre Rückenwind für Berlin geben wird. Die Bekanntgabe zweier Leibniz-Preise für Berliner Wissenschaftler:innen im Dezember unterstreicht, wie stark und disziplinär breit Berliner Forschung aufgestellt ist.
Das Wissenschaftsjahr 2026 steht unter dem Motto „Medizin der Zukunft“*. Passend dazu starten wir im Januar drei neue Initiativen, die dort ansetzen, wo die Medizin des 21. Jahrhunderts Antworten auf drängende globale und gesellschaftliche Fragen finden muss: Das Einstein-Zentrum Youth Mental Health rückt die psychische Gesundheit junger Menschen in den Fokus – ein Forschungsfeld von wachsender Relevanz. Das neue Einstein-Zentrum Early Disease Interception zielt darauf ab, Krankheiten früher zu erkennen und präventive Ansätze stärker in der medizinischen Forschung zu verankern. Und mit der gemeinsam mit der BUA getragenen Einstein Research Unit Pathways to Interdisciplinary Research in Global Health setzen wir ein klares Zeichen für internationale Verantwortung und Zusammenarbeit – gegen den globalen Trend der Abschottung. Wir sind überzeugt, dass Wissenschaft erst durch die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ihre volle Wirkung entfaltet. Und gerade Gesundheitsfragen lassen sich nur gemeinsam beantworten: durch den Austausch von Wissen, Perspektiven und Talenten über Ländergrenzen hinweg.
Entsprechend bleibt auch 2026 die Gewinnung und Förderung internationaler Talente ein zentrales Anliegen der Einstein Stiftung. Ob auf der Ebene der Postdocs oder durch die gezielte Unterstützung internationaler Berufungen: Wir möchten dazu beitragen, dass Berlin weiterhin ein Magnet für die klügsten Köpfe aus aller Welt ist. Dass Senat und Abgeordnetenhaus der Einstein Stiftung in Zeiten angespannter Haushalte für diese Aufgabe zusätzlich vier Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stellen, ist auch Ausdruck des Vertrauens in die Arbeit unserer Gremien.
Im zurückliegenden Jahr ist deutlich geworden, wie grundlegend der Megatrend Künstliche Intelligenz die wissenschaftliche Praxis verändert – in der Lehre, in der Forschung und in Begutachtungs- und Bewertungsverfahren. Diese Entwicklung wird sich 2026 fortsetzen und beschleunigen, dabei wird es Effizienzgewinne geben, aber auch unerwünschte Nebeneffekte. Möglicherweise wird es in einer Übergangszeit schwieriger, gesichertes wissenschaftliches Wissen zu erkennen und den Überblick über einen von halluzinierten Informationen kontaminierten Forschungsstand zu erlangen. Das Wissenschaftssystem in seiner Gesamtheit ist herausgefordert, seine Bewertungsprozesse den neuen Gegebenheiten so anzupassen, dass das Vertrauen in Forschungsergebnisse steigt und nicht weiter erodiert. Dies gilt auch für die Einstein Stiftung, und wir werden uns diesem Thema im Jahr 2026 widmen. Ein zentraler Baustein wird dabei auch in Zukunft sein, diejenigen zu stärken, die sich für verlässliche Standards und Qualitätssicherung einsetzen. Mit dem Einstein Foundation Award würdigen wir dieses Engagement und leisten einen Beitrag dazu, das Vertrauen in die Wissenschaft zu erhalten und zu festigen. Am 14. März 2026 werden wir die Preisträger:innen 2025 bei einer Festveranstaltung im Bode-Museum Berlin feiern, darunter die Gewinnerin des Individual Award Simine Vazire, Professorin für Psychology Ethics and Wellbeing an der Universität Melbourne. Die nächste Ausschreibungsrunde startet am 26. Januar auf award.einsteinfoundation.de.
Auch 2026 sehen wir uns als Impulsgeber und verlässliche Partnerin der Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen, um gemeinsam mit ihnen den Wissenschaftsstandort Berlin zu stärken und ihn als Ort der Innovation und der internationalen Zusammenarbeit voranzubringen.
Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und freuen uns darauf, Ihnen im Laufe des Jahres bei vielen unserer Veranstaltungen persönlich zu begegnen! Los geht es gleich am 17. Januar im Salon Sophie Charlotte, an dem wir uns mit zwei Talks unter dem Titel Fair streiten, gerecht verteilen – wie Demokratie im Alltag gelingt beteiligen. Oder Sie begeben sich bei “Einstein in the Dome” auf die Spur des Gehirns.
Noch einmal alles Gute für 2026!
Ihr Martin Rennert
Vorstandsvorsitzender
Ihr Thorsten Wilhelmy
Geschäftsführer
*P.S.: Am 14. März 2026 erscheint die nächste Ausgabe unseres Journals ALBERT. So viel sei schon verraten: Auch hier steht Gesundheit im Fokus! Schreiben Sie uns eine E-Mail an albert@einsteinfoundation.de, und Sie bekommen das Heft kostenfrei nach Erscheinen zugesandt.

