Viele Krankheiten setzen lange vor dem Auftreten erster Symptome ein. Wie könnte eine Medizin aussehen, die beginnende Veränderungen in Zellen und Geweben aufspürt, sie frühzeitig behandelt und damit Gesundheit bewahrt?
Dieser Frage geht Leif Erik Sander nach, dem Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin an der Charité und Arbeitsgruppenleiter am Berlin Institute of Health. Gemeinsam mit Kolleg:innen aus zwölf Berliner Einrichtungen forscht er am Einstein-Zentrum Early Disease Interception (EC-EDI). Dort verbindet das interdisziplinäre Team hochauflösende molekulare Methoden mit bioinformatischen Analysen und künstlicher Intelligenz. Ihre Vision ist eine präzisere, personalisierte Medizin: Statt wie bisher Früherkennung allein nach allgemeinen Kriterien wie etwa dem Alter durchzuführen, könnten künftig sehr viel gezieltere Angebote anhand von Daten- und Biomarker-basierten Risikobewertungen gemacht und damit der Nutzen von Früherkennung deutlich verbessert werden. So…